Stadt Wien Podcast
Ein Podcast von und für alle Menschen, die in Wien leben. Hier hörst du Stimmen aus der Stadt zu relevanten Themen, die Wien bewegen.
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Klimateam: Wie Bürger*innen ihr Grätzel mitgestalten
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Wie entstehen Klimaschutzprojekte direkt aus den Ideen der Wiener*innen? In dieser Folge spricht Bernhard Ichner mit Wencke Hertzsch, der Leiterin des Büros für Mitwirkung sowie mit Conny Govani und Patrizia Pandis aus der Bürger*innenjury für die Josefstadt bzw. Penzing über das Wiener Klimateam. Sie erzählen, wie Bürger*innen Projekte für ihre Bezirke entwickeln, nach welchen Kriterien Ideen ausgewählt werden und warum Beteiligung ein wichtiger Baustein für lebenswerte, klimafitte Grätzl ist.
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Herzlich willkommen beim Podcast der Stadt Wien. Heute reden wir über das Wiener Klimateam und zwar mit Wencke Hertzsch, der Leiterin des Büros für Mitwirkung, und den beiden Bürger*innen-Jury-Mitgliedern Conny Govani aus der Josefstadt und Patrizia Pandis aus Penzing. Herzlich willkommen.
Wencke HertzschDanke für die Einladung. Danke.
Conny GovaniIch freue mich, dass ich hier bin.
Bernhard IchnerEs ist so, das Wiener Klimateam ist ein bewährtes Beteiligungsformat, das auf ein besseres Grätzlklima abzielt, sowohl im eigentlichen Sinne als auch im Sozialen. Mit Schulende endet in der Josefstadt und in Penzing der vierte Durchgang. Das heißt, dort haben Bürger, Bürgerinnen Projekte ausgewählt, die jetzt von der Stadt umgesetzt werden. Fangen wir mit Ihnen an, Frau Hertzsch. Wozu braucht man denn überhaupt die Bürger*innen - Jurys? Brauchen die Fachleute der Stadtverwaltung Hilfe von der Zivilbevölkerung?
Wencke HertzschDie Bewohner*innen sind die Expert*innen ihres Grätzls und ihrer Nachbarschaft und wissen eigentlich ziemlich genau, was es vor Ort braucht und welche Herausforderungen es gibt. Und das ist sozusagen eine Alltagsexpertise, die wir jedenfalls brauchen. Und wir bringen diese Alltagsexpertise zusammen mit der Fach-, mit dem Fachwissen des Magistrats und mit den Kolleg*innen aus den Fachdienststellen und die wiederum halt eben die Umsetzbarkeit prüfen und auch die Umsetzung auf den Weg bringen. Und dadurch entstehen einfach durch diese zwei Kompetenzen, diese Alltagskompetenz und die Fachkompetenz, stehen einfach, entstehen bessere Lösungen auf der einen Seite. Und wir wissen auch von den Kolleg*innen aus den Dienststellen, dass diese Alltagsexpertise wahnsinnig hilfreich für auch die Fachplanung ist, um diese halt irgendwie auch sehr zielgerichtet umzusetzen. Und unser Ziel ist, einfach mit den Menschen gemeinsam zu entscheiden und nicht für die Menschen zu entscheiden.
Bernhard IchnerJetzt ist es ja so, dass insgesamt, glaube ich, 870 Ideen abgegeben wurden, es nur für diese beiden Bezirke. Und Bürgerinnen und Bürger haben sich für 15 Ideen entschieden, die jetzt eben umgesetzt werden. Aber von welcher Art von Projekten reden wir denn da? Was passt denn zum Thema Klimateam?
Wencke HertzschAlso grundsätzlich muss man sagen, dass man ja Ideen in vier Handlungsfeldern einreichen kann. Da geht es um das klimafreundliche Unterwegssein, es geht um die Umgestaltung des öffentlichen Raumes, es geht um die Nachhaltigkeit im Alltag und es geht aber auch um erneuerbare Energien. Also in diesen vier Handlungsfeldern kann man Ideen einreichen und in diesen vier Handlungsfeldern wurden auch Projekte entwickelt. Und eben auch in der Josefstadt und im Penzing werden jetzt Projekte in diesem Feld umgesetzt. Also da geht es um die Neugestaltung von Straßenzügen in beiden Bezirken. Es gibt aber auch Projekte, wo es um PV-Module geht im öffentlichen Raum. Aber es gibt auch so Bewusstseinsbildungsprojekte, Nachhaltigkeit, Repair im Alltag. Also das ist sozusagen so Projekte in beiden Bezirken, die da jetzt zur Umsetzung kommen. Es geht auch um mehr Schatten, um mehr kühle Orte, auch in beiden Bezirken. Also es ist halt sozusagen von dem Oberthema sehr deckungsgleich.
Bernhard IchnerUnd Frau Hertzsch, wie gewinnt die Stadt die Bürger, damit sie da mitmachen? Wie werden diese Jurys besetzt? Können Sie uns das kurz erklären?
Wencke HertzschJa, unser Ansatz ist es ja, möglichst Menschen zu erreichen, die man sonst weniger erreicht, die halt irgendwie so in unserer Sprache so unterrepräsentiert sind. Und wir verfolgen da unter anderem eben das Losverfahren für die Bürger*innen - Jury. Und das Losverfahren erfolgt in zwei Stufen. In der ersten Stufe erhalten in den Bezirken 2000 Menschen in jedem Bezirk ein persönliches Anschreiben. Also zufällig ausgeloste Menschen. Die müssen mindestens 16 Jahre alt sein und im Bezirk leben. Und die bekommen dann eine persönliche Einladung, sich für die Bürger*innen-Jury zu registrieren. Und das ist die zweite Stufe. Man registriert sich dann, wenn man das möchte und muss dort Fragen beantworten zum Alter, zum Geschlecht, zum Einkommen, zum Erwerbshintergrund, zur Bildung. Und entlang dieser Indikatoren erfolgt dann die zweite Losung. Wir haben uns im Vorfeld im Bezirk den repräsentativen Querschnitt zu diesen Indikatoren, die ich gerade gesagt habe, angeschaut. Und wenn halt eben die registrierten Personen diese Fragen beantwortet haben, wird in der zweiten Stufe entlang dieser Indikatoren nochmal gelost, dass wir 20 Jurymitglieder in jedem Bezirk zusammensetzen können.
Bernhard IchnerSie haben das jetzt schon ein bisschen vorweggenommen. Es geht auch darum, unterrepräsentierte Gruppierungen einzubinden. Von welchen Personengruppen reden wir denn da?
Wencke HertzschJa, wir reden in dem Fall vor allem Menschen, die wenig Beteiligungserfahrung haben, wir reden aber auch über junge Menschen, wir reden über Menschen, die wenig Zeit haben, weil sie sozusagen viel arbeiten oder weil sie sehr viel Care-Arbeit leisten müssen. Oder wir reden über Menschen, die insgesamt wenig Ressourcen haben, auch aus sozioökonomischer Perspektive. Oder wir reden über Menschen, die kein Wahlrecht haben in Wien. Das sind alles Menschen, die wir in Beteiligungsverfahren seltener antreffen. Und wir setzen da eben insgesamt auf einen Mix sehr unterschiedlicher Zugänge und Formate im gesamten Wiener Klimateam, wo wir im öffentlichen Raum aufsuchend aktiv sind, wo wir mit Organisationen in Bezirken zusammenarbeiten. Die nennen wir Multiplikator*innen. Wir haben Online-Angebote, dass man digital dabei sein kann und alle Workshops, die wir umsetzen. Wir haben immer eine Kinderbetreuung dabei, finden immer zu Tageszeiten statt, wo auch Menschen mit Versorgungstätigkeiten halt teilnehmen können. Und eben auch das Losverfahren noch als zusätzliches Verfahren. We haben darüber hinaus mehrsprachige Unterlagen, mit denen wir arbeiten. We haben Videos produziert, um auch einfach die Komplexität des Gesamtprozesses sehr einfach and sehr leicht zu erklären.
Bernhard IchnerAlso sehr niederschwellig. Dann wechseln wir mal die Perspektive. Warum wollten Sie denn teil dieser B ürger*innen-Jury sein, Frau Govani?
Conny GovaniJa, also wie beschrieben, ich habe die Einladung bekommen, die ich dann sehr gerne angenommen habe, da ich nämlich hier die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung gesehen habe, um im Grätzl entsprechende Initiativen zu unterstützen, die die Auswirkungen des globalen Klimawandels oder der Klimaveränderung entgegenwirken beziehungsweise diese abmildern können. Und diese Gelegenheit, da aktiv mitzumachen, wollte ich mir nicht nehmen lassen.
Bernhard IchnerUnd Frau Pandis, warum war es Ihnen ein Anliegen?
Patrizia PandisIch fand die Idee sehr spannend und die Chance, teilzunehmen für so eine große Veränderung in einem Grätzl, finde ich extrem toll. Es war eher eine Chance für mich, dabei zu sein und die Änderungen zu sehen.
Bernhard IchnerUnd nach welchen Kriterien haben Sie für oder gegen Projektideen gestimmt?
Patrizia PandisIch habe eher versucht, Projekte auszuwählen, die halt für die Mehrheit zugute sind. So je mehrere Personen gewisse verschiedene Altergruppe das nutzen und zugute kommt. Das war halt meine.
Bernhard IchnerGibt es irgendetwas, was Sie uns erzählen können, was Ihnen besonders gut gefallen hat?
Patrizia PandisJa, wir haben ein riesengroßes Projekt ausgewählt, diese PV-Anlage. Und es gab halt da viele Diskussionen.
Bernhard IchnerWo ist denn diese PV-Anlage?
Patrizia PandisWir wissen noch nicht. Das ist das Ganze. Es war schon ein Platz vorgeschlagen, aber wir wissen noch nicht, ob das dorthin kommt. Und ich bin extrem neugierig. Wir haben mit unserem Team dann ausgemacht, dass wir sofort dort sind, sobald wir die Nachrichten erhalten, wo das dann stattfindet oder wo das dann. Und was soll diese PV-Anlage speisen?
Wencke HertzschDas müssen wir uns noch anschauen, was die PV-Anlage dann ist. Es geht um einen Pergolenpark im öffentlichen Raum. Da gibt es auch noch keine Vorbilder zu diesem Projekt. Also es ist auch was ganz Innovatives. Und das muss man sich dann halt einfach noch im Detail, in der Detailplanung tatsächlich anschauen.
Bernhard IchnerAlso das ist jetzt Penzing. Und was war Ihnen wichtig, Frau Govani, in der Josefstadt?
Conny GovaniAlso der ganze Prozess hat damit begonnen, dass man mal die Kriterien für die Projekte definiert haben. Welche Kriterien für die Projekte relevant sind. Und waren da sehr detailliert in der Beschreibung. Und für mich waren die wesentlichen Projekte, die wesentlichen Aspekte, das waren auf der einen Seite Projekte zuzustimmen, die möglichst vielen Bevölkerungsgruppen rasch etwas Gutes zukommen lassen. Also da ging es auch um die Geschnelligkeit und um breites Spektrum. Aber auf der anderen Seite habe ich auch Projekte zugestimmt, die langfristig sind, also über einen langen Zeitraum wirken und eine positive Veränderung mit sich bringen. Also Veränderung im Sinne von messbar, spürbar, sichtbar. Das ist ein anderer faktisch, der Zeitfaktor. Und dann, so wie Projekte, die nachhaltig, also auf Dauer wirksam sind und ressourcenschonend. Und zwar Nachhaltigkeit im Sinne von sozial, ökologisch und ökonomisch.
Bernhard IchnerGibt es irgendwas, was Sie uns erzählen wollen, was Ihnen besonders gut gefallen hat?
Conny GovaniDas sage ich jetzt genau, ja, jetzt kommt noch ein Punkt. Für mich ganz entscheidend sind Projekte, die die Energieversorgung unabhängig machen. Und zwar durch die Nutzung von erneuerbaren Energien, so wie es zum Beispiel die Energiegemeinschaft bei den Grätzlenergie der Fall ist. Das war für mich eines für mich die wesentlichen Kriterien von den Projekten gewesen. Und was mir besonders gut gefallen hat, ist, es sind 20 Leute aus der Josefstadt zusammengekommen. Josefstadt ist nicht so groß. Ich glaube, die meisten haben sich nun nicht irgendwie getroffen oder gesehen. Und wir haben in zwei Tagen aus 23 Projekten die fünf Projekte, ich glaube fünf sind es fünf Projekte ausgesucht, die mit uns gesetzt werden sollen. Ich hätte nie gedacht, dass das so super funktioniert.
Bernhard IchnerAlso es war jetzt nicht die große Streiterei und jeder hat in eine andere Richtung gezogen, sondern man ist auf einen grünen Zweig gekommen.
Conny GovaniWir sind auf einen grünen Zweig gekommen, es hat sehr wohl Diskussionen gegeben, unter unterschiedliche Meinungen, Ansichten zu den einzelnen Projekten und durch dieses Konsensprinzip, das verwendet wurde. Sind Projekte, die wir auf die Seite gelegt haben, sind dann auf einmal wieder auferstanden, die mussten neu diskutiert werden, und besprochen werden.
Bernhard IchnerUnd Frau Govani, wie viel Zeit hat das in Anspruch genommen? Hat sich das leicht mit Ihrer Arbeit oder mit Ihrem Familienleben vereinbaren lassen?
Conny GovaniJa, also die ganze, es gab einen Tag einen Vorbereitungsworkshop und dann gab eben zwei Tage die eigentliche Jury. Ein Vorbereitungsworkshop und im Wesentlichen eine Methodik und die Art der Zusammenarbeit gesprochen and diskutiert. Und in den zwei Tagen, eben die Projekte, die to Umsetzung vorgesehen sind, wurden dann diskutiert und dann ausgewählt. Und es war nur am ersten Tag bei dem Vorbereitungsworkshop. Da haben wir einige Dinge um organisieren müssen, und es war auch kein großes Problem. Und für mich ist das einfach, dieses Ding als solches ist für mich so relevant dass, also hätten noch größere Hürden noch da sein, wenn dann noch größere Hürden da gewesen wären, hätte ich trotzdem geschaut, dass ich da auf jeden Fall teilnehmen kann. Weil das einfach ein relevantes Thema ist.
Bernhard IchnerEs war Ihnen sehr wichtig. Frau Pandis bei Ihnen war es auch einfach oder leicht zu handeln?
Patrizia PandisJa, ich müsste schon bewusst Zeit dafür nehmen. Aber der Aufwand war überschaubar. Es war alles gut organisiert. Die haben dann geschaut, dass es am Wochenende ist. Es war super. So neben der Arbeit könnte ich dann ruhig teilnehmen. Und für mich diese Teilnahme war wirklich eine super tolle Investition, sozusagen. So es hatte sich voll rentiert und würde ich das gerne.
Bernhard IchnerHaben Sie es als bereichernd empfunden, sozusagen?
Patrizia PandisBitte?
Bernhard IchnerSie haben es als bereichernd empfunden, sozusagen. Frau Hertzsch, warum ist denn die Wahl überhaupt auf die Bezirke Josefstadt und Penzing gefallen? Und in wie vielen Bezirken war denn das Wiener Klimateam denn jetzt insgesamt schon?
Wencke HertzschAlso in der Josefstadt und in Penzing waren wir jetzt im vierten Durchgang und das sind zwei sehr unterschiedliche Bezirke. Einerseits haben wir einen sehr dichten Innenstadtbezirk und zum anderen haben wir einen eher heterogenen Stadtrandbezirk mit dichten Lagen und weniger dichten Lagen und mit auch einem höheren Grünflächenanteil in Penzing, der aber irgendwie sehr ungünstig verteilt ist, sozusagen eher am Rand im Wiener Wald. Also das heißt, da haben wir sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen. Wir sind gestartet 2022 und sind jetzt seitdem in elf Bezirken schon aktiv gewesen. Wir waren in Margarethen, wir waren in Simmering, in Ottakring, we waren in Mariahilf, Währing und Floridsdorf. Das waren die ersten beiden Jahre, die wir vor allem sehr pilothaft umgesetzt haben, wo wir uns auch evaluiert haben und geschaut haben, wie die Dinge funktionieren und ob sie funktionieren. Gibt es auch einen umfassenden Evaluierungsbericht dazu. Und dann waren wir noch eben in Alsergrund, Meidling und in Rudolfsheim -Fünfhaus und jetzt eben in der Josefstadt und im Penzing. Und wir haben insgesamt ein Gesamtbudget, also es ist ja ein partizipatives Budget, wo 20 Euro pro Bezirksbewohnerin zur Verfügung stehen. Für alle elf Bezirke sind das insgesamt fast 15 Millionen Euro, halt eben auch für Klimaschutzprojekte, die wir da auch schon umgesetzt haben für Bezirke, die das auch sehr dringend brauchen aus der Perspektive. Und haben da mehr als 5000 Ideen gesammelt, auch in den Bezirken, die wiederum ein Schatz für die Bezirke sind, mit denen man auch arbeiten kann. Und haben jetzt schon insgesamt 90 Umsetzungsprojekte. Also jetzt mit Penzing und mit der Josefstadt sind 15 neue Projekte dazugekommen, acht in der Josefstadt und sieben in Penzing und halt eben davor schon die 75.
Bernhard IchnerSie haben es zwar jetzt angesprochen, die beiden Bezirke Josefstadt und Penzing sind von ihren Voraussetzungen unterschiedlich, aber ganz prinzipiell quer beet kommen bei den einzelnen Klimateamrunden nicht immer wieder dieselben Vorschläge, weil die Herausforderungen in den einzelnen Bezirken sehr ähnliches sind?
Wencke HertzschJa und nein. Also es ist natürlich die Themenlage, sind wiederkehrende Themen, die wir jetzt die letzten Jahre halt auch beobachtet haben. Es geht viel um die Begrünung, es geht viel um Mobilitätsfragen, es geht um Beschattung, es geht um Bekühlung, es geht um Aufenthaltsqualität. Der öffentliche Raum steht schon sehr stark im Fokus, weil das sozusagen halt, das ist das Wohnzimmer der Wiener und Wienerinnen, in dem sie sich halt am besten auskennen und wo halt sie den größten Änderungsbedarf sehen. Aber wir haben auch sehr viele Themen halt irgendwie auch im Bereich der erneuerbaren Energie oder auch Bewusstseinsbildungsprojekte. Aber man muss, auch wenn die Themen wiederkehrend sind, ist jede Umsetzung anders. Das knüpft an das an, was ich eingangs schon gesagt habe. Es geht auch um diese ganz individuellen Herausforderungen, die jeder Bezirk hat und auch sehr passgenau die Lösungen zu finden, halt auch in den Bezirken und auch das Wissen der vielen Wiener und Wienerinnen, die daran teilgenommen haben, nämlich die genau den Finger drauflegen können und sagen können, und da genau dort brauchen wir halt eben die Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Und das ist halt in jedem Bezirk neu und in jedem Bezirk halt irgendwie auch anders, je nachdem, wie die Herausforderungen sind. Und insofern gibt es da auch gar keine Standardrezepte, sondern es sind immer lokale Lösungen, die da entwickelt werden, eben gemeinsam mit dieser Alltagsexpertise und mit dieser Fachexpertise. Und das Innovative liegt vor allem in diesem, nämlich den Rahmen und den Raum zu schaffen, dass halt auch verschiedene Fachabteilungen zusammenkommen und diese Lösung, an dieser Lösung arbeiten, eben gemeinsam mit dieser Expertise vor Ort. Und wenn wir, ich habe es schon gesagt, wir haben 75 schon Projekte, jetzt sind es 90 mit der Josef stadt und Penzing, und an dieser Bandbreite der Projekte sieht man auch, dass das nicht alles gleich ist, sondern dass das alles sehr, sehr unterschiedliche Projekte sind.
Bernhard IchnerJetzt würde es mich natürlich schon interessieren, Frau Govani and Frau Pandis. Haben Sie sich zuvor schon Gedanken über das Klima im Gräzel gemacht, oder kam diese Auseinandersetzung mit diesen Themen erst durch das Klimateam? Frau Govani, fangen wir mit Ihnen an.
Conny GovaniAlso ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema der globalen Klimaveränderung and den Auswirkungen auf unser Leben. Was heißt denn das für uns jeden Tag? Und das, was wir hier im Grätzel sehen, das ist ja ein Teil der globalen Klimaveränderung, wie zum Beispiel die extreme Hitze, die wir in den letzten Wochen hatten. Man kann es ja nicht so trennen. Und meiner Meinung nach ist jede noch so kleine Initiative, die der Klimaveränderung entgegenwirkt oder die Auswirkungen, zumindest abmildert, ist für mich diskussionswürdig bzw. umsetzungswürdig. Ich denke, man muss im kleinen Anfang, auch wenn es jetzt nicht den Rieseneffekt ist, wenn wir jetzt im 8. Bezirk so agieren, wird jetzt nicht die globale Klimaveränderung über Nacht verschwinden.
Bernhard IchnerUnd wie geht es Ihnen, Frau Pandis? Haben Sie sich schon hin und wieder zuvor gedacht? Da würde eigentlich was gemacht hören, oder ist das Klimateam auch eher umdenken in Ihrem Leben gebracht?
Patrizia PandisGrundsätzlich habe ich mich schon vorher Gedanke darüber gemacht, wie sich Hitze, fehlende d Grünfläche oder Verkehr auf das tägliche Leben auswirkt. Aber durch das Klimateam hab ich ein viel besseres Verständnis dafür bekommen, welche Möglichkeiten es gibt, und wie Bürgerinnen und Bürger selbst zu Verbesserungen beitragen können. So es ist wirklich ganz interessant wie viel jede von uns machen kann.
Bernhard IchnerFrau Hertzsch, wie geht's jetzt weiter mit dem Klimateam?
Wencke HertzschAlso wir können erstmal eine erfolgreiche Bilanz ziehen. Ich habe es schon gesagt. Wir waren jetzt in elf Bezirken, wir haben mehr als 5000 Ideen gesammelt. Davon kommen jetzt 90 Projekte halt auch in die Umsetzung, beziehungsweise eigentlich sind schon mehr als 40 umgesetzt, die kann man sich irgendwie auch anschauen. Und genauso viele sind auch gerade wieder in der Umsetzung. Und was auch zu dieser Bilanz gehört ein bisschen dazu, dass wir schon mit mehr als 220 Jury Mitgliedern in 11 Bezirken gearbeitet haben. Das sind für uns dann wieder weitere Multiplikatorinnen, die halt das Wissen halt irgendwie aus diesem Juryprozess weitertragen or in our erfahrungen teilen, so weit das heute halt irgendwie auch teilen. Und wir fokussieren uns jetzt ganz konkret auf die Umsetzung. And we wollen auch auf die Umsetzung der Projekte, von denen ich schon gesprochen habe, weil wir halt auch sehr daran interessiert sind zu zeigen, dass halt eben die Beteiligung auch eine ganz konkrete Wirkung erzielen kann, indem wir dann halt irgendwie auch die Projekte sehen, erleben, feiern und auch die Menschen in den Grätzln halt irgendwie ganz konkret was davon haben. Und weil auch in diesem Stadtraum da wir dann dadurch halt zu diesen sichtbaren Veränderungen beitragen und halt auch die Nachbarschaften stärken und auch das Miteinander halt stärken. Also das ist unser Fokus, liegt jetzt sehr stark in den nächsten Monaten auf die Umsetzung all dieser Projekte, die wir die letzten Jahre schon entwickelt haben, die 15, die dazu gekommen sind. Wir hören aber auch nicht auf. Wir nehmen die Erfahrungswerte aus dem Wiener Klimateam and bündeln das auch in neuen Projekten. Wir arbeiten ganz aktuell als Büro für Mitwirkung auch an dem Bezirk mit Wirkung. Ist auch ein ganz konkretes Beteiligungsvorhaben, wo wir die Erfahrungswerte dieser Beteiligungsformate nochmal in einen anderen Kontext setzen und in einem anderen Bezirk ausprobieren, um uns da sozusagen auch weiterzuentwickeln, um diese Formate auch in der Stadt noch weiter zu implementieren und zur nachhaltigen Demokratie und Beteiligung beizutragen.
Bernhard IchnerJa, Wien war wahrscheinlich nicht umsonst die europäische Demokratiehauptstadt.
Wencke HertzschJa, genau.
Bernhard IchnerGut, dann nehmen wir das als Schlusswort. Ich bedanke mich herzlichst bei der Frau Govani.
Conny GovaniBesten Dank
Bernhard IchnerBei der Frau Bandis.
Patrizia PandisDanke.
Bernhard IchnerUnd bei der Frau Herzsch.
Wencke HertzschDanke für die Einladung.
Bernhard IchnerDanke ebenfalls.
SpeakerDurch das Gespräch führte Bernhard Ichner.
Speaker
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