Stadt Wien Podcast
Ein Podcast von und für alle Menschen, die in Wien leben. Hier hörst du Stimmen aus der Stadt zu relevanten Themen, die Wien bewegen.
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Baustellen in Wien: Warum gerade im Sommer viel gebaut wird.
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In dieser Episode spricht Bernhard Ichner mit dem Wiener Baustellenkoordinator Christian Zant über die Organisation und Hintergründe der Sommerbaustellen in Wien. Zant erläutert, warum verkehrswirksame Projekte bewusst in die schulfreie Ferienzeit gelegt werden und wie Baustellen geplant werden, um durch Synergien möglichst kurze Bauzeiten zu erzielen.
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-Herzlich willkommen zum Podcast der Stadt Wien. Es geht heute um die Sommerbaustellen, die wir alle im Stadtbild jeden Tag sehen und mit denen wir uns mehr oder weniger herumschlagen müssen. Und dazu im Studio zu Gast ist der Baustellenkoordinator der Stadt Wien, ein Ingenieur Christian Zant. Herzlich willkommen.-Schönen Tag. Auch von meiner Seite.-Wenn man sich in der brütenden Sommerhitze durch Wien staut, weil man andauernd an irgendeiner Baustelle vorbeikommt, von irgendeiner Baustelle ausgebremst wird, dann fragt man sich unweigerlich, warum müssen diese Baustellen alle gleichzeitig sein? Wäre das nicht möglich, die Arbeiten nacheinander durchzuführen?-Das passiert in Wirklichkeit, also wenn man sich anschaut, es gibt ja nicht nur den Baustellensommer, sondern wir starten ja schon im Jänner, heuer zum Beispiel die erste Baustelle MA 31, Obere Donaustraße im Februar als weitergangen vordere Zollamtsstraße mit Abdichtungsarbeiten. Und im Sommer ist es dann so, da heben wir uns diese Bauvorhaben auf, die halt verkehrlich den meisten Impact erzeugen oder die größten Auswirkungen haben, das kann jetzt sein beim Gleisbau oder auch im Straßenbau. Und die probieren wir kompakt in den Sommerferien abzuwickeln, damit eben die Auswirkungen auf die Verkehrsteilnehmer*innen so gering wie möglich sind.-Weil auch in den Sommerferien die meisten auf Urlaub sind und weniger Leute unterwegs sind.-Sie haben das richtig erkannt, das ist der große Punkt in den Sommerferien ist einerseits schulfrei, andererseits nutzen natürlich die Zeit auch viele Personen, um in den Urlaub zu fahren und das gibt uns ungefähr 20 Prozent weniger Verkehrsaufgeschehen in der Stadt und das ist eigentlich ziemlich gleich bei den Wiener Linien und auch beim Individualverkehr und daher ist das das perfekte Zeitfenster, um die ganz schwierigen Bauvorhaben in dieser Zeit abzuwickeln.-So eine Baustelle, die wieder nicht von einem Tag auf den anderen aufgestellt. Wie lange im Voraus müssen denn die Baustellen geplant werden?-Wir haben eine Koordinierungskaskade, wie wir das nennen, und da schauen wir fünf Jahre in die Zukunft, bei den Brücken auch durchaus länger, weil das halt ein wichtiger Punkt ist, der zwischen Asfinag, der MA 29, die in Wien für die Brücken zuständig ist, oder auch den ÖBB, dass die abgestimmt sind aufeinander, damit halt jeder zum richtigen Zeitpunkt auf sein Brückentragwerk zugreift und da Bedarf jetzt schon einer längeren Vorlaufzeit.-Diese Vorlaufzeit. Was bedeutet das konkret? Wie muss man sich das vorstellen? Dieses, in die Zukunft denken? Das macht ja nicht, das macht es ja nicht ihr mutmaßlich, sondern es werden ja, das werden ja die einzelnen Dienststellen machen, also wie läuft es,
sagen die Wiener Linien:in fünf Jahren brauchen wir da eine Sanierung und sagen, die Wiener Lokalbahnen, in fünf Jahren brauchen wir da eine Streckenmodernisierung und dann beginnt die Planung oder wie läuft es im Konkreten ab?-Also diese Annahme trifft es eigentlich schon relativ gut, man muss sich das so vorstellen, also alle Dienststellen haben ein Assetmanagement, das heißt, das ist so ein Erhaltungsmanagement und die prüfen natürlich ihre Bauwerke, ihre Objekte und wissen, wie ist der Zustand? Und anhand von diesem Zustand lässt sich ableiten, da muss man jetzt in zwei Jahren, in drei Jahren, in vier Jahren oder vielleicht erst in zehn Jahren etwas machen und das ist für uns dann natürlich für die Koordination wichtig, dass diese Vorhaben quasi bei uns eingemeldet werden und dann schauen wir, welche Vorhaben passen gut zusammen oder welche muss man zeitlich strikt auseinander trennen, damit es eben zu keinen Konflikten kommt?-Das sie sich nicht gegenseitig behindern.-dass sie sich nicht gegenseitig behindern und ein weiterer wichtiger Punkt ist, wenn man weiß, okay, jetzt passiert in der Straße XY ein Gleisbau in drei Jahren, dann gilt es abzuholen, wer hätte dort noch etwas zu tun? Also brauchen wir dort ein neues Wasserrohr, wie schaut es mit dem Strom aus? Gibt es Themen bei der Fernwärme, die dort zu erledigen sind? Und es wird dann alles zusammengepackt, damit man eben schaut, wenn man schon wohin greift, so viele arbeiten wie möglich auf einen Schlag zu erledigen.-Also man schaut sich an, wo kann man Synergien nutzen und diese Arbeiten werden dann quasi gebündelt.-Genauso ist es, also das ist uns ein wichtiges Thema, wenn man schon wo aufgraben, dass wir dann dort so viel wie möglich machen, damit eben dann wieder eine gewisse Zeit dort nichts passiert.-Das heißt aber auch, dass es da einen gewissen Toleranzspielraum geben muss, nehme ich an. Also das heißt, dass die Anliegen, die von den einzelnen Dienststellen oder von den Verkehrsbetrieben reintröpfeln, nicht unbedingt in der Reihenfolge umgesetzt werden. Wie sie halt bei euch ankommen, sondern dass man sich anschaut, wie passt es ihnen am besten zusammen? Und dass man vielleicht das eine oder andere zurückstellt, bis man Synergien nutzen kann.-Das ist dann unsere Kernaufgabe, die ich und mein Team zu erledigen haben, dass wir schauen, wo passt das am besten hinein? Und da kann es natürlich vorkommen, dass wir sagen, das muss ein Jahr später passieren oder der Einbautenträger muss schon ein Jahr früher beginnen, damit sich das alles in der Zeitleiste ausgeht, damit man die wichtigsten und härtesten Baustellen zu dem Zeitpunkt umsetzen kann, wo am besten hineinpasst.-Dann reden wir konkret über Baustellen, es ist ja zum Beispiel heuer so, dass die U4 und die S-Bahnstrecke parallel gesperrt werden und auf der Floridsdorfer Brücke, auf der der Schienenersatzverkehr fährt, steht währenddessen nur eine Fahrspur zur Verfügung, da zum Beispiel leuchtet wahrscheinlich vielen Leuten die Gleichzeitigkeit nicht unbedingt ein. Hätte, wie man das nicht anders koordinieren können?-Ja, dazu muss man halt die ganzen Rahmenbedingungen und Hintergründe wissen und die große Ursache oder Auslöser ist. Wir haben die S-Bahnstammstreckensperre und wir haben ab 2028 die Sanierung der Nordbrücke und diese Vorhaben, das war unsere Vorgabe, dürfen nicht gleichzeitig passieren und für beide Vorhaben ist es aber wichtig, dass die benachbarten Brücken, das ist die Floridsdorfer Brücke und auch die Brigittenauerbrücke in perfektem Zustand sind. Jetzt erinnern wir uns, wir haben bis vor kurzem die Brigittenauerbrücke saniert, die sogenannten FÜKs, das sind so Fahrbahnübergangskonstruktionen, Fahrbahnübergangskonstruktionen, die dort erneuert wurden, damit man die Brücke sauber befahren kann. Das gleiche wird heuer im Sommer passieren auf der Floridsdorfer Brücke, damit die dann auch im perfekten Zustand ist, wenn es dann 28 mit der Sanierung der Nordbrücke losgeht. Und wir sind da im engen Austausch, auch mit den ÖBB, die wissen natürlich, dass, weil wir hatten den Schienenersatzverkehr auch schon letztes Jahr und das Jahr davor, dass auf diesen Brücken gearbeitet wird und die planen, dass wir ihren SEV auch ein bedeutet, auch die Fahrer von den Bussen, die sind untereinander vernetzt, die Funken sich an und geben durch, wo ist jetzt gerade die beste Route zum Fahren? Ist es die Brigittenauerbrücke? Ist es die Floidsdorfer Brücke oder geht es aktuell über die Nordbrücke am besten. Und das hat sich in den letzten zwei Jahren sehr gut bewährt.-Es ist ja zum Beispiel auch in den Medien durchaus emotional, also ein bisschen sind Emotionen geschürt worden auch, aber es wurde halt auch in den ganzen Foren durchaus emotional diskutiert, dass zum Beispiel ja die der S-Bahnsperre mit dem Donauinselfest zusammenfällt, das ist auch kein Hindernisgrund für so eine Baustelle offensichtlich.-Die Floridsdorfer Brücke ist ja so eingeteilt, dass sie nach dem Donauinselfest beginnt, also das Donauinselfest endet und am Montag geht es dann auf der Floridsdorferbrücke los, da wird das erstes der Gleisbetrieb der Linie 31 eingestellt und schon mal das Gleis weggeräumt oder zumindest begonnen damit. Und am Dienstag beginnen dann die Verkehrseinschränkungen für die Autofahrer*innen.-Kommen wir zu einem anderen Hotspot der Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen. Warum müssen denn die Gleise an der Kreuzung Währingerstraße/Spitalgasse/Nussdorfer Straße schon wieder getauscht werden, das ist doch eh erst vor zehn Jahren gemacht worden.-Ja, das ist ein tolles Beispiel, wie die Infrastruktur in Wien beansprucht wird, wenn wir uns genau diese Kreuzung anschauen, da fahren sieben Bimlinien drüber, das ist das meistbefahrene Kreuzungseck, das es in Wien gibt, jetzt von den öffentlichen Verkehrsmitteln her und das ist natürlich eine irre Beanspruchung, also von den Wiener Linien, die haben ihre Statistiken und von denen wissen wir. Eine Weiche hält im Schnitt 12, 13, 14 Jahre. Jetzt haben wir dort natürlich eine außerordentliche Belastung, das heißt, die ist entsprechend abgenutzt und muss saniert werden. Und was wir da jetzt aber mitnutzen, ist, alle Einbauten in der Umgebung gleich mitzumachen. Es kommt ja dort in Zukunft die U5 hin und da müssen einige Einbauten auf die Seite gelegt werden, wie zum Beispiel Wasser, Strom, Fernwärme. Und es wird alles jetzt kompakt in diesen neun Sommerferienwochen gemacht.-Die U5, die dann nach Hernals quasi verlängert wird.-Richtig, genau, da gibt es die Station Arne-Karlsson-Park und da braucht es halt ein bisschen Platz, damit man dieses Bauwerk dann dort errichten kann.-Nur damit man sich das jetzt ein bisschen vorstellen kann, von was für einer Vordenkzeit, von was für einer Vorplanzeit reden wir da bis es tatsächlich so weit ist?-Jetzt die U-Bahn oder?-Genau, also nur, damit man das den Zuhörer*innen verdeutlichen, wann jetzt quasi Leitungen eingebaut werden und wann tatsächlich dann die U-Bahn in Hernals ankommt?-Ja, also man kann sich so vorstellen, die Einbauten, Umlegungen beginnen 1-2 Jahre vorher, bevor dann quasi auf dieser Stelle dann auch mit den U-Bahnbau begonnen wird, weil mit der U-Bahn beim Arne-Karlsson-Park wird 2028 angefangen und jetzt machen wir eben 26 diese Einbauten, Umlegungen plus die Sanierung der Gleisanlagen, damit die dann eben bis die U-Bahn fertig ist, durchhalten und wird dort keine Gebrechen haben und wahrscheinlich wird es so sein, wenn die U-Bahn dann fährt, dann wird man wahrscheinlich dieses Plateau wieder in Angriff nehmen müssen.-Wird man wieder von vorne anfangen? -So ist es.-Die Optik bei diesen Sommerbaustellen ist ja manchmal ein bisschen eine eigenartige, weil ich wohne zum Beispiel in der Nähe von der Lerchenfelderstraße und wenn ich da spazierengehe, tagsüber hat man manchmal den Eindruck, dass die auf der Baustelle gar nicht gearbeitet wird und so ist es halt bei anderen Baustellen auch das halt schaut ein bisschen komisch aus, wie es das eigentlich warum gibt es das.-Na ja, da gibt es mehrere Gründe dafür und das täuscht auch oft, also dass man glaubt, es wird dort nicht gearbeitet, dem ist aber ganz sicher nicht so, weil wir darauf schauen, dass man einerseits eine sportliche Arbeitszeit oder Durchführungszeit mit einem wirtschaftlichen Ergebnis zusammenbringen und es hängt viel von den Bauabläufen ab, ob man jetzt einen Arbeiter auf der Baustelle sieht oder nicht, und man muss sich das so vorstellen, wenn Beton eingebracht wird, dann muss der aushärten, während der aushärtet, sind keine anderen arbeiten möglich. Ähnlich kann man sich vorstellen, wenn asphaltiert wird, Asphalt ist sehr heiß, der braucht dann eine Abkühlungsphase, die im Sommer natürlich länger ist, weil ja auch die Umgebungstemperatur länger ist, bis man da dann wieder mit der nächsten Lage drüber gehen kann oder auch den Verkehr drüber schicken kann. Schauen wir es uns konkret am Gürtel an, wenn ich am Gürtel Betonfelder saniere, da wird das Betonfeld herausgerissen, es wird einmal rausgestemmt, dann wird unten eine Asphaltschicht eingebracht, damit wir eben diese neue Betondecke dort sauber aufbringen kann, das muss ein bisschen auskühlen, dann werden wieder, so Dübel eingebohrt. Es ist eine Verbindung zwischen diesem Betonfeldern selbst und dann wird das Betonfeld gegossen, das ist, in 2-3 Stunden, ist es drinnen, wird abgezogen, dann kommt ein Feuchtigkeitsschutz drüber und dann sind die Arbeiter dort weg und damit eben dieser Beton aushärten kann und dann sind wir dort, und zwar die wunderbar tollen Absperrungen, die stehen dort zwei Tage und sonst ist dort nichts und-Man muss einen Riesen Umweg drumherum machen.-Ja, also am Gürtel haben wir immer zwei Fahrstreifen, also da ist jetzt nicht so tragisch, aber da sieht man halt keinen Arbeiter, aber ist vollkommen klar, der Beton muss sauber aushärten, damit er ihm nachher diese Belastungen aufnehmen kann.-Sie haben das jetzt in einem Nebensatz angesprochen, als Stadt, wenn die Stadt Auftraggeber, Auftraggeberin ist, dann geht es natürlich auch um Steuergeld und dort man natürlich eine kompakte Bauzeit im Auge. Ganz klar, aber wie exakt lässt sich denn die Arbeitszeit an einer Baustelle bestimmen? Sie haben es auch das angesprochen, da geht es ja auch um Temperaturen, um Witterung. Nicht jede Technik kann bei jeder Temperatur angewendet werden und so weiter, also wie kompakt kann man überhaupt planen?-Es ist so, die Dienststellen haben ja ihre Erfahrungswerte und auch die Leistungsansätze, was zum Beispiel beim Wasserleitungsbau oder beim Gleisbau an einen Tag geschafft werden kann und mit diesen Leistungsansätzen geht man über diese Baustelle drüber, also die hat halt Hausnummer 300 Meter, dann weist ja, das müsste eigentlich in 20 Tagen erledigt sein, dann gibt es statistisch gesehen Schlechtwettertage, die Vorkommen können, die kann man dann einrechnen oder man sagt den Auftraggeber, das muss in der Bauzeit drinnen sein, da gibt es verschiedene Möglichkeiten und so ergibt sich ein Bauzeitraum, der kann dann am Ende des Tages länger sein als neun Wochen im Sommer und da kommen halt dann wir ein Spiel, was sagen, das ist schön, dass du zwölf Wochen brauchen wirst, aber das muss in neun Wochen gehen und dann wird es versucht, Möglichkeiten zu finden, um diese Bauzeit eben auf diese neun Wochen einzugrenzen. Das kann passieren durch Zweischichtmodell wird bei den Wiener Linien jetzt oft angewandt, das eine Partie von sechs bis zwei Uhr arbeitet und die nächste dann von zwei bis 20 Uhr. Und so schaffen wir das, dass man den Spagat zusammenbringen zwischen einerseits einer Bauzeit, die für alle verträglich ist, und andererseits, dass das am Ende des Tages auch noch bezahlbar ist.-Und wie schaut es mit der Sicherheit der finanziellen Planbarkeit aus?-Ja, da bin ich als Baustellenkoordinator in der komfortablen Situation, um das Budget, mich nicht kümmern zu müssen, das obliegt den Dienststellen, die die Baustelle beauftragen, die müssen im Vorfeld schauen, dass sie auch das Budget dafür haben.-Kommen wir zu einem anderen Thema. Jetzt gibt es irrsinnig viele Baustellen in Wien und sehr viele Autofahrer immer noch und viele fahren mit Navi. Finden sich eigentlich alle durch die Baustellen zurecht?-Was wir machen. Wir machen ja auch so übergeordnete Kontrollen, also wenn eine neue Phase eingestellt wird, es sind neue Verkehrsführung, dann geht mein Team raus und schaut sich das an, also bei den besonders verkehrsrelevanten Vorhaben und die Feststellung, die wir in den letzten Jahren gemacht haben, ist, dass der Verkehrsteilnehmer etwas mehr Führung braucht. Das können sein Balken, die aufgestellt werden oder mehr Bodenmarkierungen, sieht man jetzt sehr oft, dass wir die in Orange aufbringen, damit der Verkehrsteilnehmer diese optische Führung besser wahrnehmen kann, weil wir schon vermuten, dass durch das klassische Navi-fahren viele, ich sage es einmal, blind aufs Navi vertrauen und sich weniger an der Umgebung orientieren und halt mitbekommen, welche Verkehrszeichen stehen da draußen? Gibt es da Aviso-Zafeln, die Ihnen schon sagen, es geht da jetzt nur mehr mit zwei Spuren weiter oder die ankündigen, ab 7.7. Ist diese Kreuzung gesperrt. Das ist ein Punkt, den man in den letzten Jahren schon mitbekommen hat, dass das ein bisschen verloren geht bei den Verkehrsteilnehmerinnen.-Den Eindruck habe ich auch, ich habe sehr lange mitten in einer U-Bahn-Baustelle gewohnt und da hatte ich auch den Eindruck, dass sich die Autofahrer irgendwann nicht mehr ausgekannt haben. Neu einmal ist die Einbahnführung so und dann erfordert es die Baustelle, dass sie anders verläuft und dann biegt man wo ein, wo man vor zwei Wochen noch einbiegen durfte, aber jetzt darf man es nicht mehr oder man fährt an der Straßenbahn nach. Also das wirkt zum Teil schon ein bisschen verloren.-Ja, das ist halt einerseits den knackigen Bauzeiten geschuldet, dass sich halt dann auch Verkehrsführungen im Zwei- oder Drei-Wochentakt ändern können und daher ist es wichtig und das ist auch mein Appell an die Verkehrsteilnehmer*innen, wen sie in einem Baustellenbereich hineinkommen, dass man dort konzentriert fährt, schaut, welche Verkehrszeichen gibt es dort? Dann kommt man auch selber am besten durch diese Baustelle durch und bei vielen anderen Vorhaben gibt es im Vorfeld ja auch schon Information dazu.-Das wollte ich jetzt gerade Ansprechen, die Information im Vorfeld, also die Stadt Wien informiert ja auf allen möglichen Kanälen und trotzdem hat man den Eindruck manchmal, dass viele überhaupt nicht wissen, dass überhaupt eine Baustelle kommt, kann man überhaupt alle abholen und wo sollten sich die Leute dann, wo können Sie sich denn am besten informieren? Tagesaktuell?-Ja, also alle abholen? Das würden wir wahrscheinlich nie schaffen, weil sonst wär nicht der eine oder andere überrascht, dass im Sommer gebaut wird, das muss man, glaube ich, auch mal so flapsig sagen können. Und das Informationsangebot, dass die Dienststellen der Stadt machen, ist aus meiner Sicht sehr umfangreich. Nehmen wir jetzt einmal konkrete Wiener Linien her, deren Einschränkungen sind auf der Website der Wiener Linien sehr gut dargestellt, mit Grafiken, wie man jetzt mit einer anderen Linie ausweichen kann. Es gibt auch bei den Stationen immer die Aushänge, die Routen auch angezeigt sind und auch Personal, das halt darauf aufmerksam macht, die Linie D fährt jetzt zum Beispiel nicht in den Sommerferien, also da passiert sehr viel und gleiche gibt es natürlich auch bei unseren Straßenbaustellen oder Einbauten, dass wir halt auf unserer Website der MA 46 die Informationen breit streuen, Presseaussendungen machen, Verteilaktionen machen und auch Hausaushang, das ist ganz wichtig.-Und die Leute können es sich die Informationen tagesaktuell aufs Handy holen.-Es gibt bei den Wiener Linien schon die Möglichkeit mit Pushnachrichten, da man sich da über seine Strecke informieren lässt und ansonsten die klassischen Navigeräte beziehen ja auch unsere Daten, die wir veröffentlichen. Es kommt nicht immer auf den Anbieter darauf an, wie intensiv nutzt er dieses Angebot.-Einerseits glaube ich, will jeder eine funktionierende Infrastruktur haben und hat wahrscheinlich generell ein Verständnis für Modernisierungen. Auf der anderen Seite lösen gerade Sommerbaustellen immer wieder zum Teil heftige Emotionen aus. Ist das nicht ein Widerspruch?-Also theoretisch ja, praktisch glaube ich nicht, weil es ist so, man kann zwar informiert sein über Bauvorhaben, aber wenn es dann echt so weit ist und man ist in der früh unterwegs, ob das jetzt mein Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmittel ist oder mit dem Radl. Wenn die Baustelle dann eine Beeinträchtigung auf meinen täglichen Weg hervorruft, dann findet das keiner angenehm. Das ist vollkommen nachvollziehbar, es hilft natürlich, wenn man im Vorfeld informiert ist oder sich selbst informiert hat, dann kann man dem auch besser ausweichen oder sich besser darauf einstellen. Man weiß, okay, ich brauche jetzt fünf Minuten länger oder es ist besser, wenn ich mit dieser Linie fahre oder die Umleitung führt über diese und jene Gasse. Das ist schon ein ziemliches Benefit und trägt auch zur eigenen Entspannung bei. Also das kann ich nur empfehlen, aber um auf die Frage zurückzukommen, ich würde es jetzt nicht zwingend als Widerspruch sehen.-Dann kommen wir abschließend noch zu Ihnen, persönlich, Sie sind der Baustellenkoordinator, das heißt, sie sind Schuld.-Ist immer so.-Kommt der Grant wegen der vielen Sommerbaustellen eigentlich bei Ihnen persönlich an? Und wenn ja, wie gehen Sie damit um?-Da muss ich sagen, das kommt sehr selten vor, dass das direkt bei mir aufschlägt, es gibt schon hin und wieder das eine oder andere schwierige Telefongespräch, da geht es aber oft darum, dass halt Personen Luft ablassen müssen, das nimmt man halt dann zur Kenntnis, es gibt auch welche, denen kann man das dann erklären, warum das so gemacht wird. Andere wollen das nicht hören, das muss halt dann auch zur Kenntnis nehmen, aber im persönlichen Umfeld bin ich mit schlechten Vibes wenig betroffen.-Das heißt, Sie können ohne Security das Haus verlassen?-Ja, also ich kann auch ganz normal in die U-Bahn einsteigen, ohne dass ich angepöbelt werde.-Vermutlich auch ohne erkannt zu werden?-Das nicht immer, aber.-Aber. Es hilft manchmal.-Es hilft manchmal.-Herzlichen Dank fürs Gespräch Herr Ingenieur. Es war wirklich sehr interessant.-Ja, danke für die Gelegenheit, da etwas über die Baustellen erzählen zu dürfen.
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