Stadt Wien Podcast
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Einführung - Was macht eigentlich die Wiener Baupolizei?
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Hallo und herzlich Willkommen zu „BauSache Wien“, dem Podcast der Baupolizei (MA 37). In dieser Folge erwartet euch ein Ausblick auf die kommenden Episoden und eine allgemeine Einführung in den Tätigkeitsbereich der Wiener Baupolizei. Außerdem gehen wir ein bisschen auf den historischen Background der MA 37 ein und wagen einen Blick in die Zukunft! Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid!
Shownotes:
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Magistratsabteilung_37_-_Baupolizei
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Herzlich willkommen zu 'BauSache Wien', dem Podcast der Baupolizei. Mein Name ist Nicole Nestler und ich bin Mitarbeiterin in der Öffentlichkeitsarbeit der Baupolizei. Ich freue mich sehr, dass ich euch als Host durch die kommenden 5 Episoden begleiten darf und ich würde ganz gerne mich am Anfang kurz vorstellen, damit ihr wisst, mit wem ihr es hier zu tun habt. Daher ein paar Worte zu mir. Ich bin seit Dezember 2024 bei der Baupolizei und zu meinen Aufgaben zählen unter anderem die Beantwortung von Presseanfragen, die Betreuung der Webseite der Baupolizei und vieles mehr. 'Bausache Wien' ist tatsächlich der erste Podcast, bei dem ich moderieren darf. Aber unser Ziel ist es, die spannenden Themen der Baupolizei in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen und uns da auch ein wenig selbst vor den Vorhang zu holen. In den kommenden Folgen erwarten euch tiefere Einblicke in verschiedenste Aufgabenbereiche der Baupolizei. Wir werden etwa mit einer Werkmeisterin plaudern oder auch über das Thema Planeinsichten. In der heutigen 1. Episode soll es mal ganz allgemein um die Baupolizei und die vielfältigen Aufgabenbereiche gehen. Dafür hab ich mir 2 Gäste zur Verstärkung geholt, nämlich einerseits den Ilja. Er ist Leiter der Gebietsgruppe Süd der Baupolizei und andererseits die Jasmin. Sie ist die Leiterin des Dezernats Stadterneuerung 1 in der Gebietsgruppe Ost. Schön, dass ihr heute da seid.
Schön, dass wir heute da sein können.
Danke für die Einladung.
Ja, sehr, sehr gerne. Erzählt doch mal ein bisschen was über euren Werdegang. Also, wie genau seid ihr zur Baupolizei gekommen? Wie hat das alles begonnen?
Vielleicht das Interessante bei mir ist, ich bin nicht wie die meisten bei der Baupolizei Architekt. Ich habe auf der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft studiert.
Ah spannend.
Bin dann als Kulturtechniker in den Dienst der Stadt Wien im Jahr 2013 getreten. Das war damals eine Initiativbewerbung, die ich bei der Stadt gemacht hab und das war ein sehr schönes Erlebnis, dass man zur Stadt Wien ohne auch nur eine Person zu kennen, mittels Initiativbewerbung hier landen darf. Und dann ist es so gewesen, dass ich zunächst einmal als Sachbearbeiter bei der Baupolizei aktiv war und sehr bald dann eine Dezernatsleiterstelle übernehmen durfte. Und seit 2 Jahren habe ich das Vergnügen, die Gebietsgruppe Süd der Baupolizei zu leiten.
Also, du bist auch so ein bisschen zwischen den Gebietsgruppen aber gesprungen und warst eben zuerst im Osten und dann im Süden.
Genau, also ich bin nicht nur zwischen den Gebietsgruppen hin und her gewandert, ich bin auch zwischen den einzelnen Dezernaten hin und her gewandert, also ich hab sozusagen auch bei den großvolumigen, kleinvolumigen, in der Stadterneuerung arbeiten dürfen. Und die Stadt Wien bietet ja auch ganz toll Rotationen zwischen unterschiedlichen Dienststellen an. Da durfte ich dann auch für ein halbes Jahr eine Rotation bei der MA 21 machen. Die MA 21 ist die Dienststelle, die die Flächenwidmungs- und Bebauungspläne verordnet oder die die Vorarbeiten für die Verordnung, besser gesagt, macht. Und das ist ja die Grundlage für die Baupolizei dann, um eine Baubewilligung zu teilen. Also in Summe ein sehr spannendes, breites Feld, dass ich da kennenlernen durfte und hab nach wie vor den besten Job bei der Baupolizei.
Und viel erlebt. Jasmin, wie war das bei dir?
Ich bin über Holpersteine, sag ich jetzt einmal, zur MA 37 oder zur Stadt Wien gekommen. Also ich hab Architektur studiert, war dann sehr lange in der Privatwirtschaft und bin so der klassische Workaholiker und mein Mann wollte dann, als ich mich selbständig machen wollte, hat er die Vetokarte gezogen und gesagt, ich soll mich mal bei der Behörde bewerben, es wäre ein ruhigeres Leben. Hab ihm den Gefallen gemacht, wurde dann auch genommen, wusste aber eigentlich nicht, wohin ich mich beworben hab, weil ich mich initiativ beworben hab. Hab dann hier angefangen, also wurde genommen, hab angefangen und dann eben festgestellt, das ist es und macht sehr viel mehr Spaß und auch hier kann man ein Workaholiker sein oder es ist schwer, keiner zu sein. Hab dann hier so wie der Ilja als Referentin angefangen und durfte dann vom Ilja das Dezernat übernehmen 2017 als Leiterin.
Ah, voll schön, das heißt, du wurdest ein bisschen auch zu deinem Glück gezwungen.
Genau.
Sehr cool. Die Baupolizei umfasst ja sehr viele Zuständigkeitsbereiche. Könnt ihr da kurz umreißen, was da so alles hineinfällt? Also es ist jetzt nicht nur die Bewilligung von Bauprojekten, sondern das geht ja über sehr vieles hinaus.
Ja, vielleicht muss man da einmal grundsätzlich anfangen. Ja, also unsere Daseinsberechtigung ist eigentlich der Umstand, dass es die Bauordnung gibt und die gibt es schon seit dem Jahr 1930, aber darüber kann man vielleicht später noch unterhalten. Und in dieser Bauordnung sind eben unsere Aufgaben definiert. Also ohne diese Gesetz gibt es die Baupolizei nicht und die zentrale Aufgabe, die da definiert ist, ist natürlich das, dass wir Bewilligungen machen, dass wir also schauen, dass wir überprüfen, ob das, was gebaut werden darf, auch tatsächlich gebaut wird. Und dann kümmern wir uns natürlich auch darum, dass das, was gebaut wird in Wien, dass das auch entsprechend erhalten wird. Und wir kümmern uns auch darum, dass das, was nicht gebaut werden darf, nicht gebaut wird. Das sind so vielleicht im Groben die 3 Kernaufgabengebiete, wobei grad mit entsprechenden Novellierungen der Bauordnung eigentlich auch immer mehr Aufgaben für die Baupolizei dazu gekommen sind. Ja, also wenn man sich das heute überlegt, wir betreiben das Gebäude- und Wohnregister. Das ist jenes Register, das eigentlich die Grundlage ist, wenn sich der Bürger heute zum Meldeamt begibt und eine Meldeadresse anmelden will. Die gleichen Daten, auf die greift auch unser GPS zu, wenn wir irgendwo hinfahren wollen in Wien. Also wir sammeln eigentlich die Daten und stellen die Daten in der Qualität bereit, damit der Bürger zu seiner Wohnung findet und sich in seiner Wohnung melden darf.
Mhm, mhm. Ja, es gibt ja auch diverse Fachgruppen, so wie die Kompetenzstelle Brandschutz et cetera, die da auch nicht unerwähnt bleiben sollten, oder?
Ja, also dass man mal so die groben Züge, was wir alles überhaben, welche Themenbereiche und dazu braucht es natürlich unsere Fachgruppen, da haben wir irgendwie schon angesprochen, das Gebäude- und Wohnungsregister zum Beispiel. Wir haben aber auch Brandschutz, die Kompetenzstelle Brandschutz zum Beispiel, also die ist jetzt nicht nur in unserem Bauverfahren dabei, sondern auch bei gewerberechtlichen Dingen. Wir haben die Aufzugsabteilung, die auch wieder bei uns im Bauverfahren mit tätig ist, aber auch bei Aufzügen dann extern als Sachverständige mit dabei sind. Wir haben die U-Bahn, also statische Geschichten, haben wir auch dabei, bauphysikalische, also mehrere große Fachgruppen neben den Bewilligungen und ganz groß natürlich Bauinspektion, eben Überwachung von Bauführungen, aber auch Bestandsgebäuden und auch Kurzzeitvermietung, was auch immer wieder Thema ist. Die Nutzung von Wohnungen oder Einheiten. Das liegt auch bei uns.
Ja, super, danke für diesen kurzen Umriss. Wir werden eh, ich habe es eh schon am Anfang auch angekündigt, sehr in jeder Episode ein bisschen in die Themen tiefer reingehen. Der Vollständigkeit halber muss ich natürlich trotzdem sagen, wir werden nicht jedem Teilbereich eine eigene Folge leider widmen können, weil da bräuchten wir wahrscheinlich 10 Episoden oder mehr. Aber zumindest die die größten Brocken schauen wir uns in den kommenden Episoden dann sowieso an. Aber das war jetzt schon mal ein super Überblick, danke dafür. Ilja, du hast das eh schon da angerissen. Vieles ist ja tatsächlich historisch gewachsen, zum Beispiel auch was die Standorte der Baupolizei angeht.
Ja, ganz genau. Also, wir haben, ich hab das heute schon angesprochen, ich darf eine Gebietsgruppe leiten. Das heißt, die Baupolizei ist natürlich strukturiert in 3 Gebietsgruppen und eine Zentrale und die Gruppe BB, die die sogenannte besondere Bauvorhaben, wie Hochhäuser gemacht. Alle anderen Gebietsgruppen sind im Wesentlichen einfach regional orientiert und das, da gibt es natürlich einen Werdegang, wie es dazu gekommen ist. Aber vielleicht kann man da noch einen Schritt ganz zurückgehen: Warum hat es historisch überhaupt Bauordnungen gegeben? Wenn man in die Historie blickt, dann ist es natürlich so, dass damals vor allem die im 17.18. Jahrhundert, auch noch Anfang des 19. Jahrhunderts, waren es vor allem die Feuerlöschverordnungen, die die die Bürgerinnen und Bürger beschäftigt haben. Das heißt, die Geburtsstunde einer Baubehörde war natürlich die Angst vor dem Brand beziehungsweise die Maßnahmen, die man trefft, damit das Feuer entsprechend abgewehrt werden kann. Ja, und das ist, glaube ich, so die Geburtsstunde. Und wenn man dann weitergeht, kommen wir zu unserer heutigen modernen Bauordnung, die im Jahr 1930, wie ich schon angekündigt hab, beschlossen worden ist. Das war die Bauordnung, die in der Zwischenkriegszeit beschlossen worden ist und auch da hat quasi die Stadt Wien eine große Vorreiterrolle gehabt. Sie hat nämlich eine Bauordnung zusammengebracht, die bis heute Gültigkeit hat. Also die Stammfassung der Bauordnung von 1930, die haben wir heute noch. Es hat natürlich zahlreiche Novellierungen gegeben, aber im Kern war die Bauordnung schon so modern, dass sie bestehen hat können bleiben. Das waren schon das Thema der Nachbarn, das da mit behandelt worden ist, aber auch in dieser Zwischenkriegszeit, vor allem dann Themen wie Hygiene, sanitäre Umstände und die Sicherheit des Gebäudes, also davor war es das Feuer. Dann kommt in den 30er Jahren schon die Qualität des Gebäudes und der Mindeststandard für Hygiene und sanitäre Umstände. Und das hat sich in der Bauordnung widergespiegelt. Ganz spannend ist, nach dem Zweiten Weltkrieg hat es dann eine Novellierung gegeben, dass man natürlich die Stadt, die in Schutt und Asche gelegen ist, wieder aufbauen musste. Das heißt, es gab dann sogenannte kurzfristige temporäre Anpassungen, die den Wiederaufbau ermöglicht haben. Ja, da brauchte es ja ein Regulativ, wie kann die Stadt wieder zum Existieren beginnen. Ja, und so ist es so, dass immer die gesellschaftlichen Herausforderungen, die in Summe bestehen, ihr Gegenbild eigentlich in den Strategien der Stadt Wien finden und die werden dann gegossen in die Bauordnung für Wien. Ja, und wenn man jetzt so ein bisschen ins Ende des 20. Jahrhunderts kommt, dann ist zum Beispiel das Thema der Barrierefreiheit ein ganz wichtiges geworden Ende des 20. Jahrhunderts. Also, man sieht, das war dann quasi das Antidiskriminierungsgebot, das hier in die Bauordnung Einzug gehalten hat. Und mit dem 21. Jahrhundert gibt es jetzt eben 2 Themen, die uns ganz stark beschäftigen. Und das ist das Thema der Deregulierung einerseits und das Thema der Dekarbonisierung. Wenn man sich die aktuelle Bauordnungsnovelle anschaut, dann muss man sagen, ja, da sind schon ganz viele Themen drinnen, die Entsiegelung bedeuten, die hocheffiziente Energiesysteme bedeuten, die Energieschaffung durch Photovoltaikanleitung bedeuten, aber auch einfach nur Grünraumschaffung auf den Dächern zum Beispiel oder Grünfassaden. Und das ist so der aktuelle Schwerpunkt, den die Bauordnung wiedergibt.
Ja, vielen Dank. Also, wenn man sich das so anhört, dann merkt man richtig, dass wir da schon eigentlich einen sehr weiten Weg gegangen sind. Aber dennoch bleibt man ja nie stehen und somit sind ja auch jetzt schon aktuell einige Projekte in der Entwicklung, die die Digitalisierung dann auch vorantreiben sollen. Das ist ja auch ein ganz wichtiger Punkt, wenn man in die Zukunft der Baupolizei ein bisschen blicken möchte, richtig?
Ja, also wie man schon gehört hat, ist die Bauordnung sehr alt, unsere Verfahren sehr alt. Also man hat damals noch mündlich wahrscheinlich miteinander gesprochen, irgendwann hat man auf Papier geschrieben, irgendwann hat man mit Plänen gezeichnet, dann gab es Planverordnungen und genauso sehen auch unsere Archive aus, die wir haben und wir arbeiten auch heute noch mit Plänen. Es ist viel schon digitalisiert worden, dass vieles mit PDF und per E-Mail oder halt auf dem elektronischen Weg passiert. Aber auch hier ist Wien wieder ein Vorreiter und wir haben da vor einigen Jahren angefangen, schon unsere Verfahren zu digitalisieren, dass man also alles online einreichen kann mit elektronischen Unterlagen. Also und das auch versucht weiterzuentwickeln, ein Forschungsprojekt da auch, ein EU-gefördertes betrieben, wo man jetzt auch mit 3D-Modellen quasi einreichen kann, wo das geprüft wird von unserer Seite. Also sind da ganz auf dem Weg in die Zukunft.
Ja, sehr cool. Kleiner Sneak Peak auch gleich an der Stelle, da wird es auch eine eigene Episode geben, wo das auch ein bisschen näher besprochen wird, dann. Ich habe mir auch noch aufgeschrieben, dass wir auch ein bisschen über die Namensherkunft reden der Baupolizei, weil es ist ja tatsächlich ein bisschen ein Wiener Unikat, dass wir Baupolizei heißen. Also wenn man sich da in Restösterreich oder auch Deutschland umhört, dann ist das ja meistens eher die Baubehörde oder das Bauamt. Warum heißt die Baupolizei überhaupt Baupolizei? Habt ihr da irgendeine eine Ahnung, warum das so ist?
Also man kann es schnell und einfach beantworten, weil in unserer Verfassung steht, dass wir die baupolizeilichen, feuerpolizeilichen Brandschutz-Angelegenheiten zu regeln haben und es kommt eigentlich aus dem Begriff baupolizeilich hin, aus der Verfassung. Interessant ist aber, dass es eigentlich schon ganz früh, also 1480 sowas schon angefangen hat, so Unterkammern, Oberkammern zu geben, wo bestimmte Bereiche bei Städten organisiert waren, auch bei Wien. Und da waren so Baulichkeiten waren da in der Unterkammer, da hieß es halt einfach nur Unterkammer und das hat sich halt entwickelt über die Zeit. Und hieß dann auch Stadtbauamt irgendwann oder magistratisches Amt, Bauamt. Und aus dem hat, aus dem wurden immer mehr Kompetenzen zugesprochen, irgendwann mal der Brandschutz auch und andere Dinge. Und dann hieß es irgendwann mal baupolizeiliche und feuerpolizeiliche magistratische Abteilung. Und durch so Umstrukturierungen wurde das dann irgendwann wieder geteilt. Und als das wieder geteilt wurde, also das war eh nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde das erste Mal die Magistratsabteilung 37 unter dem Namen Baupolizei, weil eben die feuerpolizeilichen in eine andere magistratische Abteilung gewandert sind.
Ah ja, das ist ja die MA 36 heute, oder? Sehr gut, ja, wieder was gelernt. Ich mag es auch immer ganz gerne, so ein bisschen persönlichere Fragen zu stellen, dass man euch auch ein bisschen als Menschen mehr kennenlernt oder einschätzen kann. Was genau mögt ihr an euren jeweiligen Jobs?
Ja, also ich glaub, das Schönste an unserem Job ist, dass er nicht eintönig ist. Also, wir sind weder nur Techniker, weder nur Juristen, wir sind nicht nur Moderatoren und wir sind nicht nur Fachkundige. Also genau dieses, was wir nicht sind, definiert dann das, was wir sind. Ja, also wir arbeiten mit Bürgern, mit Planenden, mit Bauherrn und eigentlich ist es so, dass unsere Aufgabe ist einen Prozess so zu steuern, dass am Ende des Tages eine Bewilligung da ist und das kann manchmal schmerzhaft sein, manchmal sehr positiv sein. Es gibt schöne Bewilligungsverfahren, es gibt solche, wo man den Kunden nicht zufriedenstellen. Es kann auch durchaus vorkommen, dass wir nicht alle Seiten gleichmäßig zufriedenstellen können. Das liegt in der Natur unserer Aufgabe. Aber diesen Prozess so zu gestalten, dass er für alle annehmbar ist, das ist das Spannende an unserer Tätigkeit.
Und bei dir, Jasmin?
Also bei mir ist es dasselbe, dass jeder Tag, an dem ich in die Arbeit komme, ich eine bestimmte Vorstellung habe von dem Tag, wie er strukturiert ist und welche Aufgaben heute auf mich warten. Und ich glaube, es ist noch kein Tag vergangen, an dem nicht mindestens 2 oder 3 Sachen reingekommen sind oder plötzlich aufgepoppt sind, die mich genau zu etwas anderem bringen, mit dem ich an dem Tag nicht gerechnet habe, aber im Positiven. Also, dass ich, es ist kein stupider Bürojob sondern dann muss ich doch plötzlich zum Verwaltungsgericht wegen einem Verfahren oder ich kriege einen Anruf und kann einem Bürger weiterhelfen in seinem Verfahren, wenn er Nachbar ist. Also es ist total vielseitig, kein und nicht nur, genau, nicht nur fachlich, sondern auch menschlich.
Sehr gut, ja, das ist doch schön. Habt ihr lustige, skurrile oder auch interessante Anekdoten aus eurem Arbeitsalltag, über die ihr ein bisschen erzählen wollt?
Na ja, ich kann vielleicht bei dem anschließen, was die Jasmin über die Herkunft der Baupolizei erzählt hat, über den Namen. Der hat, ist jetzt keine Anekdote aus meinem Berufsleben, aber aus meinem Einstiegsleben zur Baupolizei, als ich sozusagen dieses Schreiben der Stadt Wien damals auch im Zuge einer Initiativbewerbung erhalten habe, war mein erster Moment „Ok, Baupolizei, was heißt das jetzt genau?“ Der zweite Impuls war das, ich hab einem Freund geschrieben: „Stell dir vor, ich geh jetzt zur Baupolizei und obwohl ich Zivi mach, werden sie mich mit einer Glock bewaffnen.“ Das war eigentlich als Spaß gedacht, aber das hat nicht sehr lang gedauert, dass mein ganzes Umfeld mich drauf angesprochen hat, ob das denn wirklich so ist, dass die Baupolizei bewaffnet ist. Ja, also hat mir schon gezeigt, es gibt tatsächlich durch diesen Begriff vielleicht ein Missverständnis zu dem, was die Baupolizei wirklich ist und was es bedeutet, bei der Baupolizei zu arbeiten und dass das eigentlich ein sehr kundenorientiertes Arbeiten ist, indem er sozusagen zwar natürlich prüft, was der Bauwerber vorhat und schaut, dass die Bestimmungen des Gesetzes, aber auch die des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans eingehalten sind. Dass es aber ein ganz stark diskursiver Job ist, indem man versucht, mit Kunden gemeinsam auch zu Lösungen zu kommen.
Also meine lustige Anekdote ist eigentlich fast ident, wieder mal, wie ich auch in der Stadt Wien angefangen hab, bekommt man auch einen Dienstausweis und eine Dienstmarke. Und dazu muss man wissen, mein Mann ist Polizist und die haben nur einen Dienstausweis, also die haben keine Dienstmarke. Also der reguläre Streifenpolizist hat keine Dienstmarke. Und als er das dann gesehen hat, war er dann ganz neidig und konnte es nicht glauben, dass er als echter Polizist keine Dienstmarke besitzt und ich als Nicht-Exekutivpolizistin aber dann eine Dienstmarke hab.
Das würde man ja auch eigentlich nicht vermuten, oder?
Eh! Verstehe ich auch, aber man kann es, glaube ich, auch ein bisschen erklären, weil wir dann doch auf einer Seite ein bisschen mehr Kompetenzen haben, weil gerade bei Gefahr im Verzug haben wir Zutritt zu jedem Gebäude und dafür brauchen wir auch unsere Dienstmarke, dass wir gerade, wie gesagt, im Falle des Gefahr im Verzuges müssen wir Zutritt haben und das können wir dann.
Und wenn ihr euch für die Zukunft der Baupolizei etwas wünschen könntet, was wäre das?
Also für mich ganz klar, dass wir sichtbarer werden nach außen, was wir eigentlich für die Stadt tun. Also der Ilja hat es vorher eh schon angesprochen, dass es jetzt, was jetzt Kurzzeitvermietung, Grünraumschaffung, die Strategien der Stadt Wien umsetzen, weil wir sind die Operativen, die schauen, dass diese Ziele auch eingehalten werden können und auch werden. Also als Kontrollorgan und dass das nach außen sichtbar wird, dass wir als MA 37 das sind und wer wir sind.
Ja, wir tragen ja auch sehr viel dazu bei, dass Wien eine so lebenswerte Stadt ist und ich glaub, das kann man schon durchaus mehr vor den Vorhang holen. Oder wie siehst du das?
Na, ich würd das auch genauso unterschreiben und ich glaub, das ist auch das Selbstverständnis, das wir mittlerweile haben. Ich hab das vielleicht versucht, auch beim historischen Kontext zu sagen, ja, es hat quasi mit Law and Order begonnen, sozusagen, wenn man den Brandschutz und das Thema Sicherheit am Anfang hat und mittlerweile ist die Baupolizei eine sehr breit aufgestellte, am Kunden orientierte Behörde geworden. Und ich glaub, es ist wichtig für uns als Behörde, dass wir uns so wahrnehmen, dass wir eigentlich die Behörde sind, die dazu beiträgt, dass Wien eine der lebenswertesten Städte Europas bleibt und ist und dass der Lebensraum, den wir bauen, dass der nachhaltig gestaltet ist. Und das ist eigentlich das, was wir machen, eine Strategie der Stadt Wien, die dann ins Gesetz kommt letzten Endes mit einem Bescheid in die Realität hinunterzubrechen und das ist unsere Kernaufgabe. Und wenn die Bürger im Generellen, aber auch unsere Mitarbeiter, sich so wahrnehmen, dass wir eigentlich hier eine Dienstleistung an einer zukunftsfähigen, zukunftsfitten, nachhaltigen Stadt erbringen, dann ist es das, wie wir uns sehen wollen.
Gut, dann sind wir schon am Ende der heutigen Episode angelangt. Vielen Dank, dass ihr euch heute die Zeit genommen habt. Wir hoffen, die Folge war spannend. Ihr habt so einen guten ersten Eindruck von der Baupolizei bekommen und alles Weitere gibt es dann in den weiteren Folgen. Vielen, vielen Dank fürs Dabeisein, fürs Zuhören.
Danke für die Einladung noch einmal.
Danke.
In den Shownotes findet ihr dann auch noch einen weiteren Link, der die Geschichte der Baupolizei ein bisschen näher beleuchtet. Da könnt ihr euch dann einlesen, wer noch mehr wissen möchte. Und zusätzlich packe ich euch auch noch den Link zur allgemeinen Webseite der Baupolizei hinein.
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