Stadt Wien Podcast
Ein Podcast von und für alle Menschen, die in Wien leben. Hier hörst du Stimmen aus der Stadt zu relevanten Themen, die Wien bewegen.
Stadt Wien Podcast
Die Wiener Photovoltaik-Förderungen: Was ist neu ab Mai?
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Photovoltaik ist die Zukunft! Und so dürfen sich Sonnenanbeter*innen auf einen weiteren Topf Förderungen freuen. Aber wann wird was wie und bei wem gefördert? Kompetente Antwort auf diese Fragen gibt die Photovoltaik-Förderungsexpertin der Stadt Wien Susanne Häßler!
Alle Infos im Detail findet ihr auf sonnenstrom.wien.gv.at
Wenn euch die Folge gefallen hat, freuen wir uns, wenn ihr unseren Podcast bewertet und abonniert (falls ihr das noch nicht gemacht habt).
Feedback könnt ihr uns auch an podcast(at)ma53.wien.gv.at schicken.
Folgt uns auf unseren Social Media Kanälen:
https://www.facebook.com/wien.at
https://bsky.app/profile/wien.gv.at
https://twitter.com/Stadt_Wien
https://www.linkedin.com/company/city-of-vienna/
https://www.instagram.com/stadtwien/
Und abonniert unseren täglichen Newsletter:
http://wien.gv.at/meinwienheute
Weitere Stadt Wien Podcasts:
- Historisches aus den Wiener Bezirken in den Grätzlgeschichten
- büchereicast der Stadt Wien Büchereien
Eugen Bergmann (Interviewer)
Hallo und herzlich willkommen zu einem weiteren Podcast der Stadt Wien. Heute geht es um die Wiener Photovoltaikförderung. Bei mir zu Gast ist die Frau, die niemals weint, wenn die Sonne scheint. Bitte, liebe Susanne, stell dich vor.
Susanne Häßler (Guest)
Das stimmt. Hallo, ähm, ja, Susanne Hässler. Ich, äh, arbeite bei der Stadt Wien in der Abteilung für Energieplanung, das ist die MA 20, und bin eine der beiden Programmkoordinatorinnen der Wiener Sonnenstromoffensive. Ähm, und danke für die Einladung, und, äh, danke dafür, dass ich hier die neuen Photovoltaikförderungen der Stadt Wien vorstellen darf.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Sehr gern, danke fürs Kommen. Förderungen gibt's ja eine Menge für alles Mögliche. Und was sind jetzt die Wiener Photovoltaikförderungen?
Susanne Häßler (Guest)
Äh, wir haben diesmal ein Förderpaket geschnürt, das so ein bissel am Mix ist aus Förderungen, die's vorher schon gegeben hat, und neuen Förderungen. Und wir wollen diesmal ganz besonders, ähm, Photovoltaiklösungen fördern, die so ein bissel multifunktional sind, also den, den, den Raum in der Stadt, äh, gut nutzen oder auch doppelt nutzen, und die auch ein bissel innovativ sind.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Also ich denke jetzt sofort an die klassischen Photovoltaikmodule, die man sich so einzeln irgendwo hingestellt hat. Jetzt gibt es ja schon mehr.
Susanne Häßler (Guest)
Ja, die, also es hat sich auch in der Photovoltaikbranche viel getan. Es gibt jetzt sehr, sehr viele unterschiedliche Lösungen, eigentlich mehr oder weniger für jede Fläche, die man sich vorstellen kann, egal ob vertikal oder ob's hochgeständerte Photovoltaiklösungen sind auf Parkplätzen. Und auf die wollen wir auch ein bisschen setzen. Ähm, in dem neuen Förderpaket 2026 fördern wir schon noch Aufdachanlagen, also diese klassischen Aufdachanlagen, aber nur noch für mehrgeschossige Wohnbauten. Das ist einfach der größte Gebäudebestand in der Stadt, und da-da wollen wir auch nutzen für Sonnenstrom. Dann fördern wir weiterhin PV und Gründächer. Das ist für uns so die ideale Kombi für das beste Klima, weil da haben wir gleich ein bissel Abkühlung, ein bissel Biodiversität und dann eben Sonnenstrom. Wir fördern weiterhin Photovoltaikflugdächern auf Parkplatzflächen, also bei Betrieben, Gewerbebetrieben. Und ganz neu, und darauf sind wir sehr stolz, wir fördern jetzt auch, ähm, sogenannte Photovoltaik, ähm, Dachgärten. Das sind Schattenspender, die auf das oberste Geschoss, also auf die Dachflächen raufgebaut werden. Und wir fördern, ähm, vor allen Dingen vertikale Anlagen, das heißt Fassadenanlagen, aber auch Anlagen zum Beispiel an, äh, Lärmschutzwänden. Also alles, was vertikal ist, wird jetzt mit einer sehr attraktiven Förderung unterstützt.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Ihr versucht eigentlich, also die Stadt versucht quasi eigentlich, jede Fläche, die für diese Technologie zur Verfügung steht, auch, äh, möglichst effizient zu nutzen.
Susanne Häßler (Guest)
Genau.
Eugen Bergmann (Interviewer)
In all ihren Formen.
Susanne Häßler (Guest)
Ja, also Städte sind ja überhaupt prädestiniert für Photovoltaik, und Photovoltaik ist eigentlich die beste Lösung für Städte, weil wir haben sehr viel gebaute Infrastruktur. Und, ähm, wir haben jetzt in den letzten Jahren uns sehr stark auf die Aufdachanlagen konzentriert, und da ist auch sehr, sehr viel weitergegangen. Und jetzt versuchen wir eben noch andere, wir nennen das Flächenpotenziale, zu nutzen, wo auch genug Sonne hinkommt und wo es bisher ein bisschen schwierig war, Photovoltaik zu errichten.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Da bringst du mich auf ein besonders kompliziertes Wort, der Solarpotenzialkataster.
Susanne Häßler (Guest)
Ja, äh, den gibt es noch, und weil er so kompliziert ist, heißt er jetzt Wiener Solarkarte, tatsächlich. Ja, da haben wir in den letzten Monaten, den haben wir aktualisiert. Der ist auch schon online, den findet man im Wiener Stadtplan. Ähm, im Umweltgut, ja, da kann man dann reinzoomen, dann erscheinen ganz viele rote, orange und gelbe Flächen. Alles, was rot ist, da kommt besonders viel Sonne hin, alles, was orange ist, ist auch noch super. Und, ähm, das Besondere an dem ist, dass man eben seine Adresse eingeben kann, ja, und dann wirklich genau für das eigene Gebäude geht dann so ein Pop-up-Fenster auf, und da steht dann auch schon drin, wie groß eine Anlage sein könnte und was der Ertrag wäre. Wobei, Achtung, das ist das theoretische Potenzial. Also es kommt natürlich immer auch drauf an, wie ist die Dachstatik oder wie ist die, also das heißt noch nicht, dass es da irgendwie, äh, da gibt es oft noch dann Abzüge.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Aber man kann sich schon mal einen Überblick verschaffen.
Susanne Häßler (Guest)
Absolut. Also das ist auch das, was ich jedem raten würde, der sich für, äh, dafür interessiert, einmal in diesen, äh, in diese Wiener Solarkarte, jetzt hätte ich's fast selber falsch gesagt, äh, in diese Wiener Solarkarte reinzuschauen und zu gucken, ähm, hat mein Dach eigentlich ein Potenzial.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Was sind denn die Herausforderungen bei der PV-Technik?
Susanne Häßler (Guest)
Also wie gesagt, es gibt schon ziemlich viele Lösungen, ja. Ähm, die Herausforderungen liegen eigentlich dann mehr auf den Flächen, auf denen Photovoltaik errichtet wird.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Das heißt, es sind konstruktive Herausforderungen?
Susanne Häßler (Guest)
Genau. Also manchmal ist einfach die Statik nicht gut. Es ist so auf Blechdächern ein bissel schwieriger, Photovoltaik zu errichten. Man braucht natürlich auch gute hauselektrische Leitungen, also die müssen schon auch das, äh, die Voraussetzung haben, dass da auch Strom dann, äh, praktisch, äh, in, in die Wohnungen oder ins Gebäude reingeführt wird. Das sind so ein bisschen die Herausforderungen. Also bestimmte Voraussetzungen müssen entstehen, und da muss man sagen, es macht auch nur, also es braucht schon auch eine gewisse zusammenhängende Fläche, dass man eine Photovoltaikanlage errichten kann. Von der Technik der Photovoltaik selber, die hat sich rasant entwickelt, ja, ist immer effizienter geworden, auch jetzt wirklich in den letzten, ähm, anderthalb Jahren immer günstiger. Ähm, und insofern, ähm, gibt's da viele Lösungen.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Und die werden gefördert von euch?
Susanne Häßler (Guest)
Die werden gefördert, genau.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Welche Unterschiede gibt es denn da bei diesen Förderungen?
Susanne Häßler (Guest)
Also wir haben dieses Mal ein bissel einen anderen Weg gewählt, ja. Es gibt schon Förderungen, da fördern wir nach Anlagengröße. Also das ist praktisch, äh, je kleiner die Anlage ist, desto höher fördern wir, und dann natürlich ein bissel sinkend, einfach aus dem Grund, weil dann bestimmte Voraussetzungen schon erfüllt sind. Ja, also das ist, man hat dann schon das Gerüst gebaut, um die Photovoltaikanlage aufs Dach zu bringen, oder man hat dann schon bestimmte Voraussetzungen erfüllt, und deswegen sind dann die Kosten, je größer die Anlage wird, eigentlich nicht mehr so hoch wie die ersten, sag ich mal, die, die ersten Teile der Anlage. Aber wir haben dieses Mal auch, weil wir eben sehr auch kostenintensive Anlagen fördern, ähm, einen pauschalen Fördersatz, äh, ab dem ersten Kilowattpeak, also praktisch ab dem allerersten Modul, der dann wirklich auch für alle weiteren Anlagengrößen gilt, also zum Beispiel bei den PV-Flugdächern, das sind eben diese Parkplatzüberdachungen. Das ist schon eine kostenintensive, äh, Photovoltaikanlage, da muss man fundamentieren, da muss man in den Boden rein, ähm, da braucht's eine gute stabile Aufständerung, und da nehmen die Kosten eigentlich nicht ab. Deswegen haben wir gesagt, na, die fördern wir jetzt mit einem pauschalen Kosten, äh, pauschalen Fördersatz, und, ähm, weil wir eben wollen, dass diese Anlagen errichtet werden.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Wo greifen die Förderungen und welche Gebäude kommen jetzt dafür infrage? Also ich, ich beziehe mich da bewusst auf Altbauten, weil Altbauten und Fassaden, Gründerzeithäuser, äh, da habe ich noch keine, äh, PV-Anlage gesehen. Wird das ausgenommen, sind die geschützt oder?
Susanne Häßler (Guest)
Zum Beispiel, es gibt Gründerzeithäuser, die haben wunderbare Feuermauern oder so Rücksprünge, äh, in den Hof hinein, und, äh, da kommt dann auch oftmals genug Sonne hin. Also das, also eine schließt das andere nicht aus, ja. Und grundsätzlich, ähm, kann man eigentlich an jedes Gebäude Photovoltaik geben. Manchmal ist, ähm, das Stadtbild, also die MA 19, nicht ganz einverstanden damit, wenn's also Schutzzonen sind. Da muss man schon sehr genau schauen und das auch mit der MA 19 besprechen: Wo könnt ihr euch das vorstellen? Also man soll jetzt nicht einen Ensembleschutz durch eine Photovoltaikanlage an der Fassade zerstören. Das ist irgendwie in niemandes Interesse, aber manchmal geht's ja dann eben auch, ähm, in den Hof hinaus oder auf die Seite oder eben klassisch auch aufs Dach.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Das klingt ja eigentlich sehr kompliziert. Äh, wie, wie kann ich mich denn da informieren?
Susanne Häßler (Guest)
Ja, das, äh, wir haben ganz viele unterschiedliche, ähm, Beratungsangebote, ja. Also, ähm, wir haben zum Beispiel schon seit einiger Zeit eine tägliche, Achtung, werktags, eine tägliche Fördersprechstunde, ja. Und, ähm, die kann man einfach online buchen wie einen Friseurtermin. Ähm, das ist jeweils eine Stunde, da gehen sich zwei Beratungen aus, und da sitzt dann ein Kollege von der Klima- und Innovationsagentur, die beraten, oder ich sitze da und berate. Die ist immer recht gut gebucht, und da gehe ich auch wirklich auf die ganz individuellen Fälle oder gehen wir auf die ganz individuellen Fälle ein. Da schauen wir uns an, ob das Gebäude in der Schutzzone liegt, also ob man dann eventuell eine Genehmigung braucht oder auch wie hoch das Potenzial ist. Und, ähm, ähm, das ist eine Möglichkeit. Ähm, eine zweite Möglichkeit ist, es gibt unterschiedliche weitere Beratungsstellen in der Stadt. Das eine ist eben die Klima- und Innovationsagentur, ähm, die auch kostenlos berät. Also alle diese Angebote sind kostenlos.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Und ich kann da jetzt als Einfamilienhausbesitzer oder als Firmenbesitzer mit großem Parkplatz zu euch kommen, egal welche Größe oder wie klein?
Susanne Häßler (Guest)
Ganz egal. Wir, wir, ähm, beraten alle, also die Anlagengröße. Natürlich sind große Anlagen schön, aber wir beraten natürlich auch alle anderen. Es gibt dann noch die, ähm, Hauskunft, ja. Das ist auch eine wichtige Beratungsstelle innerhalb der Stadt Wien. Ähm, da geht es ganz oft um, ähm, Sanierungsberatung und Photovoltaik. Also die haben noch ein größeres Beratungsportfolio, weil sie auch die Sanierung beraten. Und all das findet man auf unserer Homepage. Die Sonnenstromoffensive hat eine eigene Homepage: sonnenstrom.wien.gv.at. Langsam zum Mitschreiben, genau. Und da findet man all unsere Beratungsangebote, und da sind auch alle verlinkt.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Gibt's da einen Topf dafür? Ist das irgendwie gedeckelt oder muss man's, also man muss sich beeilen?
Susanne Häßler (Guest)
Man will ja niemanden stressen. Ähm, es gibt für dieses Förderpaket, also für 2026, einen Topf von sieben Millionen Euro, der da zur Verfügung steht. Also normalerweise hätte ich gesagt, na, das geht sich alles gut aus, aber letztes Jahr hatten wir so einen Förderansturm, dass wir tatsächlich im Juni die Förderungen stoppen mussten, ja. Also wir glauben, es ist, ähm, ein schöner Betrag, den die Stadt Wien da bereitstellt. Ähm, aber wir wissen alle auch, wie die budgetäre Situation generell ist. Also ich würde, ich, wenn ich's vorhab, würde ich's einfach jetzt machen.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Wie sind so die Fristen und Verfahrensdauern? Wie kann man sich das vorstellen? Also wenn, ist das in einer Woche genehmigt oder also wie funktioniert das?
Susanne Häßler (Guest)
Ja, also bei uns kann man die Förderanträge nur online stellen. Das heißt, ich stelle einen Onlineantrag mit sehr, sehr wenig Unterlagen, die ich dazu brauche. Und wenn man dann diese praktisch die Benachrichtigung über diese Förderfähigkeit bekommt, dann kann man eigentlich, ähm, anfangen, die Photovoltaikanlage zu errichten, und das dauert in der Regel vier bis sechs Wochen, ja. Formal wird dann der Antrag noch in einem Beirat beschlossen, aber so lang muss ich nicht warten. Also ich kann das eigentlich ohne Risiko nach dieser Förderfähigkeit machen. Ich kann aber auch eigentlich auf eigenes Risiko, wenn ich der Meinung bin, ich hab alles berücksichtigt und alles passt, am Tag nach dem Förderantrag mit der Bestellung und Errichtung beginnen.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Ich habe ja gelesen, äh, man muss dann einreichen Unterlagen von Firmen, die quasi sich um die Unterkonstruktion oder um den Aufbau einfach kümmern, äh, muss man ja einreichen. Da waren schon einige, also eine Menge Sachen dabei. Was empfiehlst du da?
Susanne Häßler (Guest)
Also wir empfehlen immer, ähm, bei der Suche von Photovoltaik-Errichtern und Firmen drauf zu schauen, dass das Firmen sind, die auch schon mal in Wien errichtet haben. Äh, der Hintergrund ist, in Wien gibt's ein bissel ein anderes Förderregime als zum Beispiel im Bund.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Das kann ich feststellen, indem ich mir quasi die Website anschaue und diese Referenzprojekte und da ist dann.
Susanne Häßler (Guest)
Genau. Wenn ich sehe, okay, da sind, äh, Anlagen, die schon in Wien errichtet sind, ähm, dann ist das schon noch mal ein guter, äh, einfach ein guter Hinweis, ja. Also einerseits, ähm, was eventuelle, wir müssen ja nicht mehr so viel genehmigen, also es ist ja auch schon viel genehmigungsfrei, eventuelle Genehmigungen angeht, aber vor allen Dingen auch für den Förderablauf. Und, ähm, ich kann das gar nicht oft genug, genug betonen: In Wien muss man den Förderantrag stellen mit einem Angebot einer PV-Firma, ja. Man darf diese Anlage noch nicht bestellt oder angezahlt oder wie auch immer haben, sondern man stellt es mit einem Angebot, ähm, und bekommt dann die Förderwürdigkeit oder man fängt danach an. Ähm, äh, wir sind eine sogenannte Anreizförderung. Das würde jetzt zu weit fühlen und alle führen und alle langweilen. Aber wichtig ist einfach, sich zu merken: Mit einem Angebot einer Photovoltaikanlage und bitte noch nichts vorher machen, was irgendwie rechtsverbindlich ist.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Das heißt, die Förderung erst einreichen, wenn man schon konkrete Unterlagen in der Hand hat?
Susanne Häßler (Guest)
Wenn man ein Angebot hat. Das reicht uns.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Das reicht?
Susanne Häßler (Guest)
Das reicht uns, genau. Also uns reicht, also man muss den Förderantrag, äh, richtig ausfüllen. Man braucht ein Angebot einer, ähm, Fachfirma, einer, äh, konzessionierten oder eines Elektrikers. Das, die machen das ja auch schon viel. Dann brauchen wir, ähm, eine Reisepasskopie, damit wir wissen, okay, die Person gibt's wirklich, alles schon da gewesen.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Wird da zwischen natürlichen und juristischen Personen unterschieden?
Susanne Häßler (Guest)
Nein, bei uns können natürliche und juristische Personen einreichen. Ähm, da wird auch nicht in den Fördersätzen unter-unterschieden. Es gibt eine Ausnahme: Die PV-Flugdächer für die Parkplätze, die dürfen nur Betriebe oder eben andere juristische Personen einreichen. Ansonsten unterscheiden wir nicht zwischen privat und betrieblich.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Das heißt, im Vorfeld würdest du mir jetzt empfehlen?
Susanne Häßler (Guest)
Ich würde empfehlen, einmal auf die Wiener Solarkarte zu schauen und zu sagen: Okay, gut, ich sehe da ein Potenzial. Oder, hm, ich hab noch Fragen, ich gehe in die PV-Sprechstunde, ja. Ähm, dann würde ich mir eine PV-Firma suchen, die ja mal zu mir selber nach Hause einladen. Die macht mir dann ein Angebot, die erklärt mir auch, was alles noch so notwendig ist und so weiter. Mit diesem Angebot stelle ich dann einfach einen Förderantrag, ja, mit in den meisten Fällen wirklich sehr, sehr wenig Unterlagen. Also wir sind wirklich eine sehr einfache Förderung. Bei bestimmten Dingen braucht man Nachweise, äh, aber das ist wirklich sehr, sehr niederschwellig, ja. Dann würde ich also diesen Förderantrag ausfüllen, die Unterlagen hinschicken. Ähm, ich persönlich, weil ich da ein bissel vorsichtig bin, würde auf diese Förderwürdigkeit warten. Muss aber nicht sein, und dann kann man mit der Errichtung beginnen. Sobald man eine, äh, sobald das im Ökosturmbeirat beschlossen wurde, bekommt man einen Fördervertrag zugeschickt. Das Geld ist dann zwei Jahre reserviert. Also man hat zwei Jahre Zeit, diese Anlage zu errichten. Wenn sich's nicht ausgeht, also wir decken dann die etwas komplizierteren Anlagen, kann man diese Frist auch noch mal verlängern. Genau. Und, äh, das Geld ist auf jeden Fall reserviert, ja. Wir brauchen auch für die, für den Förderantrag noch keine Genehmigung, keine Baugenehmigung. Wir brauchen keinen Zählpunkt. Das hat man ganz oft bei anderen Förderungen.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Also Zählpunkt meinst du jetzt den Stromzähler, wo das dann eingespeist wird?
Susanne Häßler (Guest)
Genau, genau. Ja, brauchen wir alles nicht, ja. Dafür haben die Förderwerber und Förderwerberinnen zwei Jahre Zeit, das alles zu machen. Bei der Abrechnung braucht man's dann.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Und sind das dann eigentlich Pufferanlagen, die den Strom speichern, oder wird der dann direkt ins Netz wieder eingespeist?
Susanne Häßler (Guest)
Ja, also wir spa, wir fördern, äh, heuer erstmals keine Speicheranlagen mehr.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Ah, alles klar, okay.
Susanne Häßler (Guest)
Ja. Ähm, das hat ein bissel den Hintergrund, ähm, dass die Speicheranlagen so günstig geworden sind in den letzten Jahren. Das ist eigentlich, ähm, wir sind ja eine Anreizförderung, ja, dass der, dass.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Das heißt, ihr schafft den Reiz, eine Photovoltaikanlage zu erstellen oder zu bauen?
Susanne Häßler (Guest)
Genau, genau.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Damit auch die Leute dann den Anreiz haben, sich einen Speicher dazu zu kaufen?
Susanne Häßler (Guest)
Genau, sozusagen. Ja, genau. Das Gleiche gilt übrigens für auch da, äh, diese klassischen Aufdachanlagen auf Einfamilienhäusern und auch auf Betrieben. Die fördern wir heuer auch nicht, weil da auch die Investitionskosten so gesunken sind, dass, also, also ein klassischer Anreiz, ähm, äh, nicht mehr wirklich notwendig ist. In Einzelfällen kann das schwierig sein, das weiß ich. Also nicht jeder hat so viel Geld irgendwie, aber sich eine Photovoltaikanlage zu errichten oder würde sich sehr über diese Förderung, ähm, freuen. Nur wir müssen halt einfach immer auch schauen, dass wir die öffentlichen Gelder so verwenden, dass es zur Marktsituation passt. Also wenn die Anlagen immer günstiger werden, dann können wir die nicht einfach weiter fördern, auch wenn wir's wollten vielleicht.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Um noch mal auf die Beratungen, äh, zurückzukommen: Es gibt diesen Eins, zwei, drei Sonnengutschein. Was ist denn das?
Susanne Häßler (Guest)
Also der Eins, zwei, drei Sonnengutschein ist ein kostenloses Beratungsangebot der Stadt Wien in drei Modulen, ähm, der ganz gezielt darauf abzielt, eben genau auf mehrstöckigen Wohnhäusern Photovoltaikanlagen zu erreichen, äh, erleichtern. Und wir wissen aber von der Eigentümerinnenstruktur, dass das oft gar nicht so einfach ist. Also das sind dann so Wohnungseigentumsgemeinschaften. Der eine sagt: "Machen wir doch eine Photovoltaikanlage." Ja, der aus dem ersten Stock sagt: "Brauchen wir nicht." Ja, und unsere Idee war eigentlich, hier einmal die, die's vorantreiben wollen, ein bissel zu unterstützen, ja. Und deswegen gibt's eben diesen Eins, zwei, drei Sonnengutschein. Gutschein eins, da bekommt man so einen Gebäudecheck. Da kommen also Energieberaterinnen hin, und die schauen sich an: Wie ist das Dachbeisammen? Jetzt auch eben passend zur Förderung eignet sich die Fassade.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Also eine kostenlose Einschätzung?
Susanne Häßler (Guest)
Kostenlose Einschätzung, kostenlose Ersteinschätzung, ja. Das ist dann schon ein recht umfangreicher Bericht, mit dem man dann in eine Hausversammlung gehen kann. Und da kommen dann auch die Kolleginnen der Klima- und Innovationsagentur, also von UIV, ähm, Innovation Vienna, hin und, ähm, stellen diesen Bericht vor und beantworten Fragen, ja, sodass alle wirklich einmal auf dem, auf dem gleichen Informationsstand sind. Und wenn sich die Hausversammlung dann entscheidet: "Jawohl, wir wollen das machen", ja, also das betrifft wirklich gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen, das heißt nicht von Einzelpersonen, die irgendwo im Dachgeschoss wohnen, sondern die Anlage soll gemeinschaftlich genutzt werden, dann ist eben Sonnengutschein drei, die Umsetzungsberatung noch: Wie organisiert man das? Wie macht man das mit der Verrechnung und so weiter und so fort.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Also man wird quasi an der Hand genommen, von der Idee bis zur Anlage auf dem Dach?
Susanne Häßler (Guest)
Genau, genau. Das ist ein super Angebot, wird auch gut angenommen, ja. Ist, äh, läuft seit Anfang 2025. Es wurde jetzt noch mal verlängert. Also man kann das beantragen, findet man auch alles auf unserer Homepage sonnenstrom.wien.gv.at.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Wie? sonnenstrom.wien.gv.at?
Susanne Häßler (Guest)
Ja, genau. Genau. Und, ähm, da wird man dann zu einem Erstgespräch eingeladen und so weiter und so fort. Nein, was ich eigentlich sagen wollte: Das Angebot wurde jetzt noch mal bis, ähm, Ende Mai 2027 verlängert.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Okay, also da hat man ein bisschen mehr Zeit?
Susanne Häßler (Guest)
Man hat ein bisschen mehr Zeit. Ja, genau.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Äh, eine letzte Frage habe ich trotzdem noch: Äh, wo will Wien denn jetzt hin mit diesen Förderungen? Ist es das Ziel, sämtliche Dächer mit Photovoltaik zu bespielen, sage ich mal?
Susanne Häßler (Guest)
Ja, das ist unser Ziel. Und nicht nur die Dächer, sondern auch die Wände, die Lärmschutzwände. Wir hätten gerne PV-Flugdächer auf Hochgaragen. Wir hätten gerne schöne Dachgärten, äh, auf Gebäuden, auf öffentlichen Gebäuden, zum Beispiel auf Schulen oder auch auf, ähm, großen Einkaufszentren.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Oder U-Bahn-Stationen, aber das wird ja schon umgesetzt, das ist ja auch.
Susanne Häßler (Guest)
U-Bahn-Stationen, genau, ja, genau. Also die Stadt Wien errichtet natürlich auch auf ihren eigenen Flächen wunderbare Photovoltaikanlagen. Da gibt's richtig schöne Projekte, wie eben beispielsweise eben mit, mit Leichtmodulen. Auch eine sehr interessante Technologie auf U-Bahn-Stationen oder auch, äh, weiß nicht, wer mal in Floridsdorf aus der U-Bahn steigt: Diese großartige Photovoltaikanlage, die ist in eine Glasfassade reingebaut, sorgt gleichzeitig ein bissel für Verschattung. Das heißt, das heizt sich nicht so auf, auch richtig schön. Und tatsächlich auch am Wiener Rathaus gibt es eine ganz tolle Photovoltaikanlage, gleich neben den Bienenstöcken. Ähm, also man kann auch auf denkmalgeschützte Gebäude und auf alle Flächen, äh, Photovoltaikanlagen errichten.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Das heißt, Photovoltaik ist die Zukunft?
Susanne Häßler (Guest)
Absolut. Und wir brauchen in Zukunft noch viel, viel mehr Photovoltaikanlagen. Das ist eine Schlüsseltechnologie für uns, weil wir auch in Zukunft viel, viel mehr Strom brauchen werden.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Vielen Dank. Ein schönes Schlusswort.
Susanne Häßler (Guest)
Ja, danke schön. Danke für die Einladung.
Eugen Bergmann (Interviewer)
Danke fürs Kommen. Sie hörten einen Podcast der Stadt Wien. Vielen Dank fürs Dabeisein. Zu Gast war Susanne Hässler. Moderation: Eugen Bergmann.
Podcasts we love
Check out these other fine podcasts recommended by us, not an algorithm.
Grätzlgeschichten
Stadt Wien
büchereicast
Stadt Wien - Büchereien
Wiener Wohnen Podcast
Wiener Wohnen
Energievoll
Wien Energie, Studio ZX